„Internationaler Kongress Achtsamkeit: Eine buddhistische Praxis für die Gesellschaft heute“

by Hans on 22/08/2011

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Der „Internationale Kongress Achtsamkeit: Eine buddhistische Praxis für die Gesellschaft heute“,

an der Universität Hamburg, vom August 2011

 

Ergänzendes Material, Aufnahmen und Links zu meinem dortigen Vortrag

zur Eröffnung des Panels „Tradition versus Moderne“,

die Diskussionen und wichtige Hinweise

 

 

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* Näheres zum neu entdeckten Urvater des westlichen praktizierten Buddhismus,
U Dhammaloka, hier im Vorwort

* Tipp: Die Spiegelung meiner Facebook-Seite auf diesem Blog

 

 

Der „Internationale Kongress Achtsamkeit“

an der Universität Hamburg

vom 18. – 21. 8. 2011

 

Hinweise (vom 6. Mai 2012):

 

1) Es gibt einen großen Sammelband zu dieser Konferenz „Achtsamkeit: Ein buddhistisches Konzept erobert die Wissenschaft“, der im Hans Huber Verlag erschienen ist.

Er enthält die ausgebauten und genau belegten Schriftfassungen aller Vorträge der Konferenz.

Eine solche Schriftfassung meines Vortrags ist darin enthalten, zusammen mit einer Literaturliste .

Sie wird – noch weiter ausgebaut – als ein kleines E-Book erscheinen.

Hier ist meine Besprechung jenes Sammelbandes.

2) Zum Thema des Vergleichs von „Achtsamkeit“ im frühbuddhistischen Ursprung und in den westlichen Übernahmen bzw. Adaptionen vergleichen Sie diesen neuen Beitrag von mir unter den „Rahmentexten“ dieses Blogs – mit einem Magazin-Beitrag, der dort verlinkt ist und im bebilderten Original frei zur Verfügung steht.

3) Aufgrund der knappen Zeitvorgabe von 20 Minuten für alle Vorträge mussten sie schnell gesprochen werden. Die auf das Nötigste gekürzten Inhalte waren nicht anders zu vermitteln, sowie primär als ein Lesevortrag. Mein Vortrag dauerte trotz meines hohen Sprechtempos ein paar Minuten länger, so wie auch bei einigen Rednern.

Zur vollen Aufnahme der Inhalte empfiehlt sich das Nachlesen des Redemanuskripts.

Hier ist die professionelle Video-Aufnahme meines Vortrags auf dem „Internationalen Kongress Achtsamkeit“ (YouTube), der die Eröffnung des Panels „Tradition versus Moderne“ gewesen ist.

Beachten Sie auch die Beschreibung unterhalb dieses Videos – sowie die Diskussion, die im Kommentarbereich darunter erscheint.

Klicken Sie bitte hier und lesen Sie den ganzen Beitrag!

{ 7 comments… read them below or add one }

1 Hans Februar 10, 2014 um 16:48 Uhr

Der vorangegangene Kommentar (von Johann Hanzze) stammt vom Macher der Seite „ZugangZurEinsicht„, die er als eine „Spiegelseite“ der bekannten nordamerikanischen Website „Accesstoinsight“ versteht.

Der dort verlinkte Beitrag von Thanissaro Bhikkhu in einer deutschen Übersetzung erscheint hier im sehr lesenswerten Original.

„Accesstoinsight“ bietet englischsprachige Neuübersetzungen der ältesten vollständig überlieferten Reden des Buddhas im Palikanon des Theravada, die vor allem von dem Amerikaner Thanissaro Bhikkhu stammen.

Diese englischsprachigen Übersetzungen sind gut. Ich empfehle jedoch noch mehr die Neuübersetzungen des Amerikaners Bhikkhu Bodhi, die bei Wisdom Publication erschienen sind (siehe etwa auf Amazon).

Er gilt heute generell – und ist ebenfalls aus meiner Sicht – der führende Neuübersetzer dieser alten Reden.

Leider können diese Übersetzung aus vertragsrechtlichen Gründen nicht einfach auf einer Website publiziert werden. Die Bände bei Wisdom Publications sind jedoch relativ günstig und sehr schön gemachte Bücher. Es gibt sie ebenfalls als günstigere Kindle Ebooks.

2 Johann (Hanzze) Februar 3, 2014 um 8:05 Uhr

Vielleicht hilfreich:

Achtsamkeit (Mindfulness) definiert, von Thanissaro Bhikkhu (2008; 6 S./18KB) Übersetzung von Laien für „ZugangZurEInsicht“.

Über die Jahre hat das Wort Sati (Achtsamkeit) eine Reihe von Bedeutungen aufgepackt, die weit über die ursprüngliche Bedeutung von Buddhas Definition hinausgehen. Meditationspraxis benötigt ein klares Verständnis darüber, was Sati ist und wie es geschickt genutzt wird, um mit Geistesqualitäten umzugehen. http://zugangzureinsicht.org/html/lib/authors/thanissaro/mindfulnessdefined.html

3 qilin Mai 24, 2012 um 21:26 Uhr

Die Diskussion mit Brian Victoria würde mich *sehr* interessieren – ich bin mit Brian schon lange in Kontakt, habe mitgeholfen sein erstes Buch in dt. Übersetzung herauszubringen, und habe auch jetzt mit ihm wieder Kontakt aufgenommen – und auf die Präsentation, die er mir im Voraus zusandte, ziemlich kritisch geantwortet…

() qilin

4 Hans Mai 23, 2012 um 16:57 Uhr

Hallo Claudia,

Zuerst zur neuen Gestalt der Seite:

Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Mehrere haben sich mir gegenüber positiv zu der neuen Aufmachung geäußert. Das neue Framework im Hintergrund gestattet mir viel mehr bequeme Gestaltungsmöglichkeiten, was die Breiten, Farben, Bilder usw. angeht (vgl. dazu rechts unter „Bildnachweise).

So hat jetzt etwa das Feld für Besucherkommentare eine angenehme Breite fürs Schreiben (im alten Wordpress-Theme war es eng, was nicht zu ändern war; oder lediglich mit Programmierkenntnissen, die mir fehlen). Die zentrale Kolumne mit den Einträgen ist breiter und damit lesefreundlicher. Die vielen Links in den beiden Spalten rechts, deren Breite ich auch leicht einstellen kann, wirken jetzt „aufgeräumt“, was beim alten Theme nicht der Fall war. Dieser Blog ist voll von Texten. Da sollten die Links aufgeräumt erscheinen. Mit jedem Seitenwechsel innerhalb des Blogs (oder auf die Hauptüberschrift des Blogs klicken, dann erscheinen auch die verschiedenen Bilder, manchmal zweimal das gleiche) erscheint ein neues buddhistisches Bildmotiv rechts (insgesamt bisher 13). Ich finde die neue Form nicht baukastenmäßig.

Diese neue Gestalt ist auch der Auftakt für neue Aktivitäten. Ich habe mich als Blogger in der Tat länger zurückgehalten. Ein Grund war, dass gleich auf verschiedenen Einträgen (zu Goenka, zur Atemmeditation, zu Guttenberg, zum Achtsamkeitskongress) an mich gerichtete Kritiken kamen. Das ist schön, mit sachlicher Kritik habe ich kein Problem. Aber es wurde mir zu zeitintensiv, weil Anderes vorgeht.

Trotzdem will ein Blog natürlich gepflegt sein. Ich kann aus den Besucherzahlen genau ersehen, dass der Blog nach wie vor sowie zunehmend gut besucht ist. Denn der Buddhismus wird ja im Westen seit Jahrzehnten immer populärer. Das ist kein Wunder angesichts des Zustands der christlichen Kirchen und ihrer hochbezahlten Berufsprediger; sowie angesichts des inhaltlichen Vergleichs des christlichen mit dem buddhistischen Sinnorientierungs- und Praxisangebot.

Aber unabhängige buddhistische Orientierungswebseiten mit kritischen und wissensmäßig fundierten Reflexionen wie diesen Blog gibt es kaum.

Denn die allermeisten buddhistischen Webseiten vertreten bestimmte Traditionen – mit der damit zwangsläufig verbundenen Einseitigkeit, wenn sich Familienmitglieder über ihre jeweilige Familie äußern. Selbst die Webseite des Dachverbands DBU ist nicht wirklich unabhängig. Sie vertritt vor allem ihre Mitglieder, die beim Weitem nicht die Gesamtheit der buddhistisch Praktizierenden in Deutschland umfassen. Außerdem verfolgt die DBU seit Langem eine bestimmte, subtile Politik der Anpassung an staatliche bzw. kirchliche Erwartungen (und eine wirkliche Trennung von Staat und Kirche gibt es hierzulande in Wahrheit nicht).

Denn die DBU erstrebt den rechtlichen Status einer Körperschaft, der mit deutlichen materiellen Vorteilen verbunden ist. Diese Anpassung zeigt sich in Vielem. Wo eine solche Anpassung das Ziel ist, werden etwa Paritäten konstruiert, die es objektiv betrachtet so nicht gibt. Und auch die Theravada-AG der DBU vertritt primär bloß eine spezielle, stark vom Abhidhamma geprägte Richtung des Theravada mit untergeordneter Bedeutung der Achtsamkeitspraxis Vipassana.

Ich werde hier bald wieder aktiv werden. Ingo Wolf-Kittel im Eintrag zum Kongress wird beantwortet; ebenso die Anhänger der Goenka-Tradition, die sich zuletzt geäußert haben. Als neue kritische Haupteinträge werden erscheinen (in welcher Reihenfolge, steht noch nicht fest):

* Genereller Vergleich zur Frage der Gewalt im Christentum, Islam und Buddhismus, ausgehend von einem Vortrag von Brian Victoria über „Zen and the Nazis“ am Hamburger „Zentrum für Buddhismusforschung“ und meiner nachfolgenden Diskussion mit ihm. * Über den einflussreichen deutschen Theravada-Mönch, Professor und Goenka-Assistenz-Meditationslehrer Bhikkhu Analayo und seine besonderen Thesen. * Über die Situation des organisierten Buddhismus in Deutschland heute, etwa in Hinblick auf das Thema der formellen „Autorisierung“ von Lehrenden im Vergleich zum Werdegang eines Lehrers nach den alten Quellen. * Über den christlich gefärbten Mythos, der Buddhismus lehre „Das Leben ist Leiden“, den praktisch alle Medienvertreter, Autoren und die meisten deutschen Buddhisten entweder unbewusst oder bewusst nachreden.

Davon unabhängig können hier Diskussionen jederzeit zwischen Besuchern stattfinden. Ich zensiere nicht (außer in besonderen Fällen, die bisher nicht eingetreten sind). Bei stärkerer Aktivität kann ich einem Besucher auf Wunsch auch Autorenstatus mit beschränktem Zugang zum Verwaltungsbereich des Blogs einräumen.

Herzlich
Hans

5 claudia Mai 23, 2012 um 15:07 Uhr

bin seit längerer zeit mal wieder auf deinem blog und bin sehr entäuscht:
zum einen gab es nun seit 9 monaten keine artikel mehr und zum zweiten sieht die seite wirklich furchtbar aus, als hättest du hier einfach einen hässlichen webbaukasten installiert und nicht angepasst. soll das jetzt so bleiben? falls ja, lohnen sich weitere besuche wohl nicht.

6 Michaela September 27, 2011 um 23:05 Uhr

Es geht doch weniger um eine Erklärung eines Begriffs als um die Umsetzung. Zur Aufmerksamkeit. Daher:

Wenn Du erkennst, dass die Menschen wenig Kontrolle über das haben, was sie erleben und wie sie die Dinge erleben, dass sie von Bedingungen und ihren Launen abhängen, d.h. nett sind, wenn es ihnen gut geht, und schwierig, wenn es ihnen nicht gut geht, dann kannst Du versuchen, sie in die bestmögliche Lage zu bringen, damit es ihnen so gut wie möglich geht. So haben sie die Gelegenheit, nett zu sein. Dadurch rollt der Stein sozusagen immer öfter in eine andere, bessere Richtung, wodurch Du ihnen sehr hilfst. Sie können so nämlich die Gewohnheit schaffen, immer öfter die Rolle des Guten zu spielen.

Du selbst solltest Dich von schwierigen Menschen nicht stören lassen; denke einfach, sie benehmen sich so gut, wie sie es können und wissen es nicht anders. Nimm die Dinge nicht so ernst und persönlich. Allerdings sollte man dabei nicht zu glatt werden. Wird man von seinen Mitmenschen immer wieder auf die gleiche Sache aufmerksam gemacht, und ist man trotzdem überzeugt, dass alle die anderen falsch liegen, so sollte man sich selbst besser auch einmal unter die Lupe nehmen.

Wie war das doch gleich mit Tod und Wiedergeburt? Leseprobe vom Lama: http://www.xtreme-office.de/dies-das/von-tod-und-wiedergeburt.html

7 Ingo-Wolf Kittel August 24, 2011 um 13:52 Uhr

Bezogen auf den Aspekt 1 der obigen Einleitung (den Konferenzvortrag von Hans Gruber):

Hallo Herr Gruber,

Ihre Bemühungen gegen die „westliche Vereinnahmung und Reduzierung des buddhistischen Achtsamkeitsbegriffs auf die Konzentrationsfunktion“ (wie Sie im Schlußwort Ihres Beitrags zum „Internationalen Kongress Achtsamkeit“ 2011 in Hamburg schreiben, der oben heruntergeladen werden kann) kann ich aus psychologischer Perspektive, die ich hier in aller Kürze dargestellt habe, nur unterstützen.

Was ist dann aber Ihrer Kenntnis nach die meist mit „Achtsamkeit“ bezeichnete besondere „Aufmerksamkeitsfunktion“ – wie ich in Analogie zu Ihrer ungewöhnlichen Begriffsbildung „Konzentrationsfunktion“ sagen müsste -, um die es im Buddhismus geht? In Hamburg wurde dazu meinem Eindruck nach bemerkenswert wenig gesagt und noch weniger deutlich.

Sich konzentrieren ist eine Form des Aufpassens oder Achtgebens – oder in leicht irreführender, weil verdinglichender („versubstantivierter“) Ausdrucksweise: eine Form von „Aufmerksamkeit“.

Aufmerksamkeitseinstellungen gibt es etliche wie zB. die gegenüber jeder noch so „zugespitzen“ Konzentration noch weitaus „engere“ Trance…

Was Achtsamkeit im Buddhismus meint, hat Analayo in Hamburg leider nicht vorgetragen, sondern m.W. nur in seinem von ihm selbst überprüften Beitrag „Sati in den Pali Lehrreden“ dargestellt (online hier).

Meine Frage an Sie ist daher, ob Sie aus Ihrer Kenntnis der Schriften heraus zu demselben Ergebnis kommen wie Analayo.

Und wenn Sie sich psychologisch genug auskennen: Worin besteht Ihrer Kenntnis oder Ansicht nach die besondere psychische Leistung, auf die mit dem deutschen Allerweltswort „Achtsamkeit“ (aber auch mit Ausdrücken wie Gewahrsein, Gewahrsamkeit, Geistesgegenwart, Panoramabewusstheit, „hellwach und bewusst leben“ u.dgl.) Bezug genommen wird, wenn nicht in dem, was ich in meinen oben verlinkten Erläuterungen ultrakurz als (gegenüber „normaler oder „üblicher“, weil eingeübter Aufmerksamkeit) „unbegrenzte“ oder „uneingeschränkte“ Aufmerksamkeit zu charakterisieren versuche?

Ingo Wolf-Kittel

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