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	<title>Kommentare zu: Die Tradition des Vipassana von S. N. Goenka und ihre &#8220;reine Technik&#8221; des Buddha</title>
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	<description>... bedeuten Buddhismus im Westen für heute</description>
	<lastBuildDate>Tue, 20 Dec 2011 16:51:18 +0100</lastBuildDate>
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		<item>
		<title>Von: Mutabor</title>
		<link>http://www.buddha-heute.de/blog/2010/03/07/die-tradition-des-vipassana-von-s-n-goenka-und-ihre-reine-technik-des-buddha/#comment-757</link>
		<dc:creator>Mutabor</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 Mar 2011 03:33:12 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://meinung.buddha-heute.de/2010/03/07/17/#comment-757</guid>
		<description>Ich kenne Goenkaji persönlich und schon sehr lange. Ich empfinde grösste und grenzenlose Dankbarkeit dieser Seele, diesem Inbegriff von Lehrer gegenüber.
Es ist richtig, dass eine gewisse Färbung da ist, welche aber nicht von der Erreichung des Ziels abhält.
ULTRAPURE ist eine sehr schöne Umschreibung der Buddhaessenz.
Ich bin mir sicher, dass Goenkaji sich als DER Erneuerer hält, der er ist, ohne sich allerdings darauf etwas einzubilden. Er ist es. Er hat den Weg im Wesentlichen wieder freigelegt. -
Er ist berührt davon und bedauert, dass nicht alle seiner 6 Brüder den Weg zu dhamma fanden, einer ist langjähriger  Förderer von Anand Marg (Altamont-St., Mumbay). Es ist ein grosser Wunsch von ihm, voller Mitleid, dass auch dieser den Weg zu dhamma  noch findet.
Es gibt in der Tradition ein sektiererisches Schimmern, etwa in der Deutung seiner  Lehrer puritanisch amerikanischer Färbung.
Goenka hat recht mit der engen und straffen Führung, sie entspricht der Übungspraxis des bhikkhu auf der Basis des bedingungslosen 5jährigen GEHORSAMS eines Neueintretenden gegenüber seinem acharya (Lehrer).
Wenn buddha zu seinem Diener Ananda auf die Frage, wovor er sich denn hüten solle, antwortet, vor den Frauen, kommt hier die gleiche Stringenz zum Ausdruck, die zu diesem buddha sasana gehört.
Es ist richtig, dass Goenkaji ein bisschen mogelt, z.B. wenn er im Satipatthâna-Kurs das ajjhata-bahidda (das innere, das äussere) so zurechtbiegt, dass dies dann mit seiner Anleitung, zuerst auf der Körperoberfläche, dann erst im Körperinnern zu beobachten, übereinstimmt...
ABER PRAXIS IST ALLES.
Ich rate dem Hans, alles Spekulative, Projektive zu lassen, und seinen Argumenten nicht anzuhangen, Erzeuger von Leiden und Mentalgeröll, das den blog verstopft.
Es lohnt sich, gegenüber Goenka unendlich dankbar zu sein!
Es ist in den Publikationen der Tradition ein Bild von U Thet im Umlauf. Darin wurde die mala in seinen Händen wegretouchiert. Diese ist auf der Originalfoto in seinem Haus im Iyawaddy-Delta bestens ersichtlich (habe Aufnahmen davon und Du kannst sie zur Ikone dieses blogs machen).
Es gibt also eine Tendenz zum Retouchieren.
Trotzdem ist tiefe Dankbarkeit gegenüber Goenka eine natürliche Folge von Fortschritt auf diesem Erleuchtungs-Pfad, sie stellt sich automatisch und von alleine ein.
Das Gleichnis vom Giftpfeil, den man aus dem eigenen Fleisch entfernt, ohne nach den Partikularitäten seines &#039;Eintreffens&#039; zu fragen, sei die alleinige Richtschnur hier! Das Geschenk des dhamma ist im Geben und Vergeben. Der Schlüssel liegt in der Hingabe (arab.:Islam). Als solcher Muslim wurde ich übrigens von der weiteren Teilnahme an Kursen ausgeschlossen. 
Aber es ist eben nur die Hingabe, die zählt. Man nimmt dabei auch die Unreinheiten der andern wahr, es ist aber nicht nötig, lieber Hans, sie auszusondern. Das ist das wahre Geheimnis von ajjhata bahidda. Die Überwindung des Grenzhaften, die Auflösung des Meinenden. Da bleibt nichts hangen.
Individualistisch war und ist, lieber Hans, buddha&#039;s Lehre nicht, keinerlei Beliebigkeit haftet ihr an, sondern fordert Unterwerfung (arab. Islam) in das  dem Reinen Geist im Hier und Jetzt sich Offenbarende, weil Anderes gar nicht möglich ist. Anderes nicht ist. Die Erfahrung ist also für alle gleich: Sabbe dhammâ anatati. Esa dhamma sanantano. Suffused in compassion (arab.:rahmân), würde unser verehrter Lehrer Goenka sagen. Und das ist ein gutes Schlussergebnis einer Diskussion, die sich hoffe ich läutert...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich kenne Goenkaji persönlich und schon sehr lange. Ich empfinde grösste und grenzenlose Dankbarkeit dieser Seele, diesem Inbegriff von Lehrer gegenüber.<br />
Es ist richtig, dass eine gewisse Färbung da ist, welche aber nicht von der Erreichung des Ziels abhält.<br />
ULTRAPURE ist eine sehr schöne Umschreibung der Buddhaessenz.<br />
Ich bin mir sicher, dass Goenkaji sich als DER Erneuerer hält, der er ist, ohne sich allerdings darauf etwas einzubilden. Er ist es. Er hat den Weg im Wesentlichen wieder freigelegt. -<br />
Er ist berührt davon und bedauert, dass nicht alle seiner 6 Brüder den Weg zu dhamma fanden, einer ist langjähriger  Förderer von Anand Marg (Altamont-St., Mumbay). Es ist ein grosser Wunsch von ihm, voller Mitleid, dass auch dieser den Weg zu dhamma  noch findet.<br />
Es gibt in der Tradition ein sektiererisches Schimmern, etwa in der Deutung seiner  Lehrer puritanisch amerikanischer Färbung.<br />
Goenka hat recht mit der engen und straffen Führung, sie entspricht der Übungspraxis des bhikkhu auf der Basis des bedingungslosen 5jährigen GEHORSAMS eines Neueintretenden gegenüber seinem acharya (Lehrer).<br />
Wenn buddha zu seinem Diener Ananda auf die Frage, wovor er sich denn hüten solle, antwortet, vor den Frauen, kommt hier die gleiche Stringenz zum Ausdruck, die zu diesem buddha sasana gehört.<br />
Es ist richtig, dass Goenkaji ein bisschen mogelt, z.B. wenn er im Satipatthâna-Kurs das ajjhata-bahidda (das innere, das äussere) so zurechtbiegt, dass dies dann mit seiner Anleitung, zuerst auf der Körperoberfläche, dann erst im Körperinnern zu beobachten, übereinstimmt&#8230;<br />
ABER PRAXIS IST ALLES.<br />
Ich rate dem Hans, alles Spekulative, Projektive zu lassen, und seinen Argumenten nicht anzuhangen, Erzeuger von Leiden und Mentalgeröll, das den blog verstopft.<br />
Es lohnt sich, gegenüber Goenka unendlich dankbar zu sein!<br />
Es ist in den Publikationen der Tradition ein Bild von U Thet im Umlauf. Darin wurde die mala in seinen Händen wegretouchiert. Diese ist auf der Originalfoto in seinem Haus im Iyawaddy-Delta bestens ersichtlich (habe Aufnahmen davon und Du kannst sie zur Ikone dieses blogs machen).<br />
Es gibt also eine Tendenz zum Retouchieren.<br />
Trotzdem ist tiefe Dankbarkeit gegenüber Goenka eine natürliche Folge von Fortschritt auf diesem Erleuchtungs-Pfad, sie stellt sich automatisch und von alleine ein.<br />
Das Gleichnis vom Giftpfeil, den man aus dem eigenen Fleisch entfernt, ohne nach den Partikularitäten seines &#8216;Eintreffens&#8217; zu fragen, sei die alleinige Richtschnur hier! Das Geschenk des dhamma ist im Geben und Vergeben. Der Schlüssel liegt in der Hingabe (arab.:Islam). Als solcher Muslim wurde ich übrigens von der weiteren Teilnahme an Kursen ausgeschlossen.<br />
Aber es ist eben nur die Hingabe, die zählt. Man nimmt dabei auch die Unreinheiten der andern wahr, es ist aber nicht nötig, lieber Hans, sie auszusondern. Das ist das wahre Geheimnis von ajjhata bahidda. Die Überwindung des Grenzhaften, die Auflösung des Meinenden. Da bleibt nichts hangen.<br />
Individualistisch war und ist, lieber Hans, buddha&#8217;s Lehre nicht, keinerlei Beliebigkeit haftet ihr an, sondern fordert Unterwerfung (arab. Islam) in das  dem Reinen Geist im Hier und Jetzt sich Offenbarende, weil Anderes gar nicht möglich ist. Anderes nicht ist. Die Erfahrung ist also für alle gleich: Sabbe dhammâ anatati. Esa dhamma sanantano. Suffused in compassion (arab.:rahmân), würde unser verehrter Lehrer Goenka sagen. Und das ist ein gutes Schlussergebnis einer Diskussion, die sich hoffe ich läutert&#8230;</p>
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	<item>
		<title>Von: Matthias</title>
		<link>http://www.buddha-heute.de/blog/2010/03/07/die-tradition-des-vipassana-von-s-n-goenka-und-ihre-reine-technik-des-buddha/#comment-700</link>
		<dc:creator>Matthias</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Mar 2011 10:04:51 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://meinung.buddha-heute.de/2010/03/07/17/#comment-700</guid>
		<description>Hallo,
hier schreibt ein alter Schüler der Goenka Tradition. Ich habe mir die hälfte aller Blogeinträge durch gelesen. Finde es sehr interressant diese Kritiken als Medtierender wahrzunehmen. Ich glaube allerdings, dass hier vieles sehr sehr kopfmässig und projeziert argumeniert wird und vieles in Goemkas orte interpretiert wird, was er weniger dramatisch meint, als es hier ausgelegt wird.
Vieles ist auch eher zum Schutz für die Schüler ausgelegt, als für den Schutz derechnik an sich. Ich bin seit 14 Jahren Vipassana Schüler. Sehe mich im Sinne der Vertretung des Dhamma, aber nicht wirklich als Kompatibel, da ich oft bewusst oder unbewusst Regeln gebrochen habe oder auch immer meine Kritik an den Dingen hatte.
Trotzdem denke ich, oder gerade deswegen, dass es Goenka ja hauptsächlich um die feinstofflichen Ebenen geht, wenn er sagt: Mischt nicht, bleibt bei einer Technik, buddelt nicht zehn Löcher, sonst werdet ihr nirgendwo Wasser finden.  
Er tut dies allerdings etwas zu vehemmend.Fast fanatisch.Inder könen damit umgehen, der Westen nicht so gut (wir haben wahrscheinlich zuviel Fernsehwerbung gesehen).
Ich selbst habe die verschiedensten Meditationserfahrung. Einige sind sehr watteweich für den Geist. Alle wirken auf multidimensionalen Ebenen des Seins und aktivieren verschiedene Energien, wie auch Geister und Öffnungen in uns. Diese Geister leben oft im Zwiespalt miteinander, wenn man die Techniken mischt. Das weiss Goenka. Daher will er den Schüler schützen. Er sagt ja auch, man solle sich für ein Ding entscheiden. Er sagt ja nicht, macht unbedingt Vipassana. Aber Persil macht ja auch keine Werbung für Coral.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo,<br />
hier schreibt ein alter Schüler der Goenka Tradition. Ich habe mir die hälfte aller Blogeinträge durch gelesen. Finde es sehr interressant diese Kritiken als Medtierender wahrzunehmen. Ich glaube allerdings, dass hier vieles sehr sehr kopfmässig und projeziert argumeniert wird und vieles in Goemkas orte interpretiert wird, was er weniger dramatisch meint, als es hier ausgelegt wird.<br />
Vieles ist auch eher zum Schutz für die Schüler ausgelegt, als für den Schutz derechnik an sich. Ich bin seit 14 Jahren Vipassana Schüler. Sehe mich im Sinne der Vertretung des Dhamma, aber nicht wirklich als Kompatibel, da ich oft bewusst oder unbewusst Regeln gebrochen habe oder auch immer meine Kritik an den Dingen hatte.<br />
Trotzdem denke ich, oder gerade deswegen, dass es Goenka ja hauptsächlich um die feinstofflichen Ebenen geht, wenn er sagt: Mischt nicht, bleibt bei einer Technik, buddelt nicht zehn Löcher, sonst werdet ihr nirgendwo Wasser finden.<br />
Er tut dies allerdings etwas zu vehemmend.Fast fanatisch.Inder könen damit umgehen, der Westen nicht so gut (wir haben wahrscheinlich zuviel Fernsehwerbung gesehen).<br />
Ich selbst habe die verschiedensten Meditationserfahrung. Einige sind sehr watteweich für den Geist. Alle wirken auf multidimensionalen Ebenen des Seins und aktivieren verschiedene Energien, wie auch Geister und Öffnungen in uns. Diese Geister leben oft im Zwiespalt miteinander, wenn man die Techniken mischt. Das weiss Goenka. Daher will er den Schüler schützen. Er sagt ja auch, man solle sich für ein Ding entscheiden. Er sagt ja nicht, macht unbedingt Vipassana. Aber Persil macht ja auch keine Werbung für Coral.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Hans</title>
		<link>http://www.buddha-heute.de/blog/2010/03/07/die-tradition-des-vipassana-von-s-n-goenka-und-ihre-reine-technik-des-buddha/#comment-309</link>
		<dc:creator>Hans</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Nov 2010 22:20:12 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://meinung.buddha-heute.de/2010/03/07/17/#comment-309</guid>
		<description>Hallo Martin,

Besten Dank für den sehr aufschlussreichen Kommentar. 

Je mehr hier solche eingehenden Erfahrungsberichte und offenen Einschätzungen von Schülern der Tradition von S. N. Goenka erscheinen, desto stärker wird es in dieser Tradition, die äußerst bedacht auf ihre Außenwirkung ist, und unter deren Leitungspersonen zu Nachdenken führen. 

Außerdem finden dort solche Diskussionen - trotz eines bestimmten Unbehagens, das mir immer wieder bei einigen alten Goenka-Schülern aufgefallen ist - praktisch nicht statt; und auch außerhalb von ihr praktisch nicht (von ganz externen Kritikern einmal abgesehen). Deshalb leisten Du und andereeinen wichtigen Beitrag zu notwendiger Änderung. 

Ich möchte Folgendes zu Deinem Kommentar sagen, zuerst zu diesem Abschnitt:

&quot;Zwei der anderen Neulinge wurden schon nach wenigen Tagen aufgefordert, den Kurs zu verlassen. Einer hatte den Lehrer und die Methode während der „kleinen Runde“, die ab und zu vorne im Raum mit dem Lehrer meditiert und von ihm angeleitet wird, wiederholt hinterfragt. Er erzählte uns noch, dass man ihm okkulte Praxis vorgeworfen hatte, und er musste das Haus noch in derselben Nacht verlassen. Ohne Auto stand er im dunklen und kalten Schnee vor der Tür, weit weg vom nächsten Bahnhof, es gab kein Entgegenkommen seitens des Hauses. Alle, die mit ihm Kontakt hatten, wurden nachher vom Lehrer einzeln befragt. Eine weitere Person musste daraufhin abreisen. Er wurde sofort „entfernt“, ohne dass weiterer Kontakt zu uns möglich gewesen wäre.&quot;

Es kann schon sein, dass die kleine Runde vorne beim Assistenzlehrer während der Gruppen-Meditation in der Halle nicht unbedingt die richtige Situation ist, um in Diskussionen einzusteigen. Aber das ist noch lange kein Grund, die betreffende Person in 1) der folgenden Nacht, 2) im Winter und Schnee sowie 3) weit weg vom nächsten Bahnhof gleichsam &quot;hinauszuschmeißen&quot;. 

Besonders interessant ist dabei, dass es dem Assistenzlehrer darum ging, ihn möglichst schnell aus dem Zentrum zu &quot;entfernen&quot;; ähnlich den anderen Schüler, von dem Du sprichst. Denn wahrscheinlich hat sich für den Assistenzlehrer durch die polizeimäßige &quot;Durchleuchtung&quot; der anderen Schüler, &quot;die mit ihm Kontakt hatten&quot;, gezeigt, dass der eine von ihnen mit dem umgehend hinausgeworfenen Schüler sympathisiert hat.

Was folgt daraus? 

Diese Begebenheit ist ein weiterer klarer Beleg für den oben thematisierten hinduistisch vorgeprägten Reinheitsbegriff der Tradition des Inders S. N. Goenka. Denn selbst bei Nichteinverständnis mit der Haltung bestimmter Teilnehmer gibt es noch lange keinen Grund, sie dann so schnell wie möglich zu &quot;entfernen&quot;, das heißt gleichgültig, was die Umstände sind (&quot;Nacht, Winter, ohne Auto, weit weg vom Bahnhof&quot;), bzw. so schnell wie möglich. 

Der einzige denkbare Grund, der den Lehrer zu einem solchen Vorgehen gebracht haben kann, ist folgende Ansicht: 

Er glaubt, dass jene Teilnehmer aufgrund ihrer kritischer Haltung und des damit verbundenen Zweifels an der vermeintlich einzig &quot;reinen Technik&quot; und dem vermeintlich einzig &quot;reinen Dhamma&quot; des Buddha selbst &quot;unrein&quot; sein müssten; und damit einen &quot;verunreinigenden&quot; Effekt auf die gesamte Gruppe hätten; und zwar alleine schon durch ihre Anwesenheit, auch wenn sie überhaupt nicht mit den anderen sprechen. 

Warum? 

Laut Goenka sind es die oben erklärten feinstofflich verstandenen &quot;Vibrations&quot;, die eine solche Sicht des Lehrers erklären.

Dazu kommt: 

Im indisch-hinduistischen Denken hat der Meister oder &quot;Guru&quot; eine besonders hohe Stellung. Auch deshalb hat der ehemals orthodoxe Hindu Goenka versucht, seine Vipassanâ-Methode auf die Autorität des historischen Buddha zurückzuführen - durch nichts anderes als &quot;reine Legenden&quot;. 

Auch Goenka selbst nimmt eine solche Stellung ein. Seine Lehren gelten in seiner Tradition als sakrosankt, gleichsamals der &quot;reine Dhamma&quot; des Buddha. Deshalb begnügen sich die Assistenzlehrer selbst mit &quot;Knopfdruckdiensten&quot; der Videorecorder und Kassettenplayer. Sie dürfen nicht eigenständig lehren, höchstens in Antwort auf Schülerfragen in Interviews oder Gesprächen; und selbst dann bloß auf &quot;eng&quot; auf die Methode bezogene Fragen. 

Auch aufgrund dieses ganzen Denkens wird Kritik oder Hinterfragen in dieser Tradition nicht akzeptiert und schroff sanktioniert.. 

Außerdem ist hier noch sehr aufschlussreich, dass die Tradition sich nicht um solche Schüler kümmert, die, wie die von Dir zitierte Frau, dort viele Kurse gemacht und viele Monate Langzeitservice gegeben hat, aber irgendwann psychische Probleme bekommen haben. Es wird sich dort also sogar um sehr alte und verdiente Schüler nicht gekümmert, wenn sie solche Probleme bekommen.

Warum nicht? Vieles spricht für die folgende Erklärung: 

Aus Sicht dieser Tradition darf es angesichts der vermeintlich einzig &quot;reinen Technik&quot; und des vermeintlich einzig &quot;reinen Dhamma&quot; des Buddha eigentlich nicht dazu kommen, dass sie nicht eine entsprechend &quot;reinigende&quot; Wirkung auf einen Praktizierenden hat. Aus deren Sicht kann der einzige mögliche Grund sein, dass es durch karmische &quot;Unreinheiten&quot; verhindert wird. Aus deren Sicht ist deshalb Abstand von solchen vermeintlich &quot;Unreinen&quot; zu halten - ganz wie im hinduistischen Kastensystem.

Die Frau hat es Dir &quot;unter Tränen&quot; erzählt, weil sie unbewusst eben diese Sicht als den versteckten Grund für die Nichthilfe durch die Tradition gespürt hat; und vielleicht darüber hinaus noch deshalb, weil sie auch selbst diese Sicht zumindest ein Stückweit übernommen hat und sich damit auch selbst zumindest ein Stückweit in dieser Weise betrachtet hat 

Dazu eine Anmerkung: 

Ich hatte ein längeres Gespräch mit der mir gut bekannten Hamburger Vipassana-Lehrerin &lt;a href=&quot;http://www.sylvia-kolk.de/&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Dr. Sylvia Kolk &lt;/a&gt;über meine Sicht zum Reinheitsdenken in der Tradition von S. N. Goenka. Sie vermittelte mir dazu einen neuen Aspekt: Sie sagte, dass vor allem Frauen (die unter den Schülern der Goenka-Tradition die klare Mehrheit stellen) für ein gewisses Reinheitsdenken oder -streben anfällig sein könnten. Denn viele von ihnen hätten durch die Gesellschaft und Erziehung einen gewissen &quot;Unreinheitskomplex&quot; wegen der monatlichen Menstruation verinnerlicht.

Das große Problem für die Tradition von S. N. Goenka:

Die eben beschriebenen Ansichten entsprechen nicht der Lehre des Buddha laut den Redensammlungen des Palikanons, auf die sich Goenka und seine Lehrer oder intellektuellen &quot;Sprachrohre&quot; ständig berufen. Jene Ansichten zum Thema Reinheit und der Stellung des Meisters sind vom Buddha abgelehnt worden, wie  das ganze indische Kastensystem (vgl. dazu etwa den 10. Kommentar &lt;a href=&quot;http://www.buddha-heute.de/blog/2010/10/14/die-tolerante-haltung-der-katholischen-kirche-zu-den-anderen-religionen-das-zweite-vatikanische-konzil-und-etwa-der-buddhismus/&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;in diesem Blogeintrag&lt;/a&gt; zur Haltung der katholischen Kirche zu den anderen Religionen). Es gibt diverse Reden im Palikanon, mit denen der Buddha zum kritischen Hinterfragen auffordert und sogar methodische Anweisungen dazu gibt (vgl. &lt;a href=&quot;http://www.buddha-heute.de/blog/vorwort/&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;das Vorwort zum Blog&lt;/a&gt;). 

Der Buddha hat schon sehr, sehr gute Gründe gehabt, die &quot;Treffliche Sicht&quot; als das wichtigste Element des gesamten Befreiungsweges zu beschreiben. Denn es ist immer die Ansicht, die weitgehend das Fühlen, Denken, Sprechen und Verhalten von Menschen beeinflusst. Es sind immer die Ansichten, die Massenmörder wie Hitler, Stalin und Pol Pot nämlich unter dem Einfluss bestimmter Überzeugungen bzw. Ideologien (die nichts anderes als Komplexe bestimmter Ansichten sind) sozusagen mit &quot;gutem Gewissen&quot; zu ihrem Tun bewegt haben. Es sind immer die (im folgenden Falle religiösen) Ansichten, die nahezu Tag für Tag islamistische Selbstmordattentäter zum Mord vieler Menschen bringen; und es sind auch immer die Ansichten, die unter dem Einfluss bestimmter höherer Einsichten wiederum andere und innerlich reife Menschen zu Bodhisattvas und Wohltätern machen. 

Aufgrund dieser überragenden Bedeutung der Ansichten ist es übrigens auch höchst sinnvoll und auch tief buddhistisch, solche Diskussionen oder Kontroversen zu führen, wie es auf diesem Blog geschieht. Es ist für alle Beteiligten ein hervorragendes Mittel, eine treffliche von einer weniger trefflichen und einer verfehlten Sicht unterscheiden zu lernen. 

Nein, alle neu am Vipassana Interessierte sollten sich von diesen Diskussionen von nichts abschrecken lassen. Wenn ich Kritik äußere, weil es &quot;die Sache&quot; und (tief buddhistische) Treue zur Wahrheit erfordert, heißt das für mich noch lange nicht, dass ich nicht auch die positiven Seiten sehe. Über mein &lt;em&gt;Kursbuch Vipassana&lt;/em&gt; etwa sind sicher einige zu dieser Vipassana-Tradition gekommen, wie auch zu anderen Vipassana-Traditionen.

Goenkas Vipassana-Ansatz ist einer neben diversen anderen, wenngleich mit den oben diskutierten &quot;Besonderheiten&quot; - nicht machtvoller oder reiner als andere. That´s all!

Der Ansatz ist einfach in besonderem Maße darauf ausgerichtet, in kurzer Zeit starke Konzentration zu entwickeln (was auch &quot;spektakuläre&quot; Erlebnisse mit sich bringen kann), etwa durch 1) die &quot;eindeutige Aufgabe&quot; des &quot;nicht stehen bleibenden&quot; und immer detaillierter werdenden Körperdurchkämmens, durch 2) die strikte Organisation der Kurse, die ganz darauf abzielt, gute Bedingungen für Sammlung zu schaffen, durch 3) das &quot;Blockieren&quot; jeglicher Diskussionen und Fragen, die &quot;nichts mit der (vermeintlich einzigen wirklich reinen) Methode&quot; zu tun haben (was nichts mit der Lehre des Buddha zu tun hat, wo das eigene Denken, Prüfen und Abwägen eine zentrale Rolle für die Entwicklung der befreienden Einsichten hat), und weitere Merkmale. 

Diese starke Konzentration verfehlt auf viele Neulinge nicht ihren Eindruck - wie von der Tradition beabsichtigt. Diese starke Konzentration in Verbindung mit jener subtilen Reinheitsideologie führt bei vielen zu einem zu ausgeprägten und stückweit blinden &quot;Gefolgschaftsgeist&quot; - wie von der Tradition beabsichtigt.

Ich teile in diesem Zusammenhang die Meinung der oben zitierten Vipassana-Lehrerin Mary Thanissara: Es ist eine begrenzte Einsicht ist, die dort vermittelt wird, die nicht wirklich befreien kann. Es scheint bloß so unter dem Eindruck der starken Konzentration, die auch das &quot;Ich und mein&quot;-Bewusstsein &quot;boostet&quot;.

Mein Rat an Leute, die dort Kurse machen oder auch an die alten Schüler: 

Lasst Euch &quot;um Buddhas willen&quot; nicht das (Selbst-)Denken abnehmen. So haben alle Katastrophen im Großen wie Kleinen angefangen. Bedenkt in diesem Zusammenhang tief das oben gebrachte Zitat des französischen Philosophen Bernard-Henri Lévi: &quot;Der Wunsch nach Reinheit ist die Gebärmutter des Totalitarismus&quot; (was keineswegs bloß im Sinne eines bestimmten Staatssystems zu verstehen ist, sondern auch im Sinne eines bestimmten subtilen Denkens und Umgehens mit anderen und dem Thema &quot;Freiheit&quot;).

Bilder Euch unabhängig von den spezifischen Vereinnahmungsversuchen und &quot;reinen Legenden&quot; dieser Tradition Eure eigene Meinung, vor allem anhand der guten (oben und im neuen Blogeintrag zum Katholizismus erwähnten englischen) Neuübersetzungen der Reden.

Vergleicht praktisch wie theoretisch mit anderen Vipassana-Ansätzen. Sie richten sich an unterschiedliche Persönlichkeitstypen. Findet den richtigen für Euch; oder auch die richtige Kombination von Elementen verschiedener Vipassana-Ansätze für Euch, ganz im Sinne der Selbstverantwortuzng, die für den frühbuddhistischen Weg zentral ist. Der Buddha hat nicht diesen oder jenen Ansatz &quot;vorgeschrieben&quot; bzw. als eine Art Allheilmittel allen an die Hand gegeben, egal was Euch Goenka und seine &quot;Assistenz&quot;-Lehrer oder intellektuellen Verfeinerer und Dienstleister zu suggerieren versuchen. 

Zu diesen Dienstleistern gehören verschiedene Vertreter, neuerdings auch ein bekannter deutscher Reisebuchautor,der ein reines und geschickt gemachtes PR-Buch zur Goenka-Tradition geschrieben hat, mit dem (in gewisser Hinsicht vielsagenden) Titel: &quot;Triffst Du Buddha, töte ihn&quot; (denn anscheinend wollen sich Goenka bzw. seine PR-Leute doch nicht bloß vom &quot;Buddhismus&quot; abgrenzen ...). Lest bei Interesse die ausführlichen Leseproben auf seiner Website. Einen Kauf dieses Buches würde ich nicht empfehlen. Denn ich habe eindeutige Hinweise, dass es eine bezahlte Auftragsarbeit ist, entgegen Altmanns Aussagen auf seiner Website, dass er &quot;zufällig&quot; zu dieser Tradition gekommen wäre. Aber dazu unter anderem im zu gegebener Zeit erscheinenden zweiten Teil meiner Kritik. 

Entgegen der Märchen und Suggestionen Goenkas und seiner intellektuellen Diensleister: Der Buddha nach dem Zeugnis des Palikanons hatte einen sehr großen &quot;Köcher&quot; an Methoden, und wusste genau, welche &quot;Pfeile&quot; er - je nach der konkreten Situation - &quot;abschießen&quot; musste, um bestimmte Leiden zu &quot;töten&quot;.

Lasst Euch die individuelle Wahl und Entscheidung zu keiner Zeit abnehmen oder verbieten, auch wenn Ihr in der Goenka-Tradition einen Kurs gemacht habt und dort wieder einen machen wollt. Lasst Euch von ihr nicht &quot;durchleuchten&quot; (was es in keiner anderen buddhistischen Tradition gibt).

Hinterfragt in den passenden Situationen sachlich, was zu hinterfragen ist, vor allem jene religiös verpackte &quot;Reinheitsideologie&quot;, ob gegenüber einem Lehrer oder anderen Schülern dieser Tradition, und tragt auf diese Weise zu einer positiven Änderung bei.

Herzlich

Hans

PS: Noch ein Zusatz zu den oben genannten Begründungen, warum der ganze Ansatz in besonderem Maße darauf ausgerichtet ist, in kurzer Zeit starke Konzentration zu entwickeln:

Ich habe es in der Goenka-Tradition auf einem Kurs im Sommer erlebt, dass selbst zu dieser Zeit - und zu anderen Jahreszeiten ohnehin - während der Gruppenmeditation in der Halle die Fenster geschlossen bleiben mussten, obwohl es dort sehr warm war. Die gegebene Begründung lautete, dass so bei der Meditation eventuelle kleine Geräusche (wie von Vögeln) nicht mehr zu hören seien. 

In keiner anderen mir bekannten Vipassana-Tradition wird ein so großer Wert auf eine absolut störungsfreie Umgebung gelegt (wobei es natürlich auch eine große Störung werden kann, wenn die Sauerstoffsituation in der Halle durch die geschlossenen Fenster schlecht ist, wie ich es selbst wiederholt in dem früheren Zentrum in Bad Herrenalb wegen dessen niederer Hallendecke empfunden habe). 

Denn im Allgemeinen gelten für die Vipassana-Meditation gelegentliche Geräusche oder andere Störungen sogar als wünschenswert. Denn im Falle des &quot;Vipassana&quot; (wörtlich &quot;klarer Einsicht&quot;) geht es um die befreiende Einsicht, die sich in Bezug auf alle Phänomene entwickeln soll. So wird es im &lt;em&gt;Satipatthâna-Sutta&lt;/em&gt; (der zentralen &lt;em&gt;Rede über die Vergegenwärtigungen der Achtsamkeit&lt;/em&gt;) auch klar beschrieben. Im vierten Hauptabschnitt dieses Hauptsuttas nämlich wird etwa gelehrt, wie sich die befreiende Einsicht in der Auseinandersetzung mit den gewöhnlichen Sinneseindrücken und den geistigen Hindernissen entwickelt.

Laut den Redensammlungen des Palikanons empfiehlt der Buddha zu den Umständen der Meditation, dass man sich einen geeigneten Platz etwa am Fuße eines Baumes oder in einer leeren Waldhütte suchen soll. Klar, in der damaligen Zeit im alten Indien waren die Umständ andere. Trotzdem geht daraus klar hervor, dass ein unmittelbarer Kontakt zur Natur und ein gewisses Maß an Naturgeräuschen keineswegs als Hindernis für die Meditation galt.

Anders in der Tradition von S. N. Goenka. Warum? Weil hier absolut im Vordergrund steht, in kurzer Zeit hohe Konzentration zu entwickeln.  

 </description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Martin,</p>
<p>Besten Dank für den sehr aufschlussreichen Kommentar. </p>
<p>Je mehr hier solche eingehenden Erfahrungsberichte und offenen Einschätzungen von Schülern der Tradition von S. N. Goenka erscheinen, desto stärker wird es in dieser Tradition, die äußerst bedacht auf ihre Außenwirkung ist, und unter deren Leitungspersonen zu Nachdenken führen. </p>
<p>Außerdem finden dort solche Diskussionen &#8211; trotz eines bestimmten Unbehagens, das mir immer wieder bei einigen alten Goenka-Schülern aufgefallen ist &#8211; praktisch nicht statt; und auch außerhalb von ihr praktisch nicht (von ganz externen Kritikern einmal abgesehen). Deshalb leisten Du und andereeinen wichtigen Beitrag zu notwendiger Änderung. </p>
<p>Ich möchte Folgendes zu Deinem Kommentar sagen, zuerst zu diesem Abschnitt:</p>
<p>&#8220;Zwei der anderen Neulinge wurden schon nach wenigen Tagen aufgefordert, den Kurs zu verlassen. Einer hatte den Lehrer und die Methode während der „kleinen Runde“, die ab und zu vorne im Raum mit dem Lehrer meditiert und von ihm angeleitet wird, wiederholt hinterfragt. Er erzählte uns noch, dass man ihm okkulte Praxis vorgeworfen hatte, und er musste das Haus noch in derselben Nacht verlassen. Ohne Auto stand er im dunklen und kalten Schnee vor der Tür, weit weg vom nächsten Bahnhof, es gab kein Entgegenkommen seitens des Hauses. Alle, die mit ihm Kontakt hatten, wurden nachher vom Lehrer einzeln befragt. Eine weitere Person musste daraufhin abreisen. Er wurde sofort „entfernt“, ohne dass weiterer Kontakt zu uns möglich gewesen wäre.&#8221;</p>
<p>Es kann schon sein, dass die kleine Runde vorne beim Assistenzlehrer während der Gruppen-Meditation in der Halle nicht unbedingt die richtige Situation ist, um in Diskussionen einzusteigen. Aber das ist noch lange kein Grund, die betreffende Person in 1) der folgenden Nacht, 2) im Winter und Schnee sowie 3) weit weg vom nächsten Bahnhof gleichsam &#8220;hinauszuschmeißen&#8221;. </p>
<p>Besonders interessant ist dabei, dass es dem Assistenzlehrer darum ging, ihn möglichst schnell aus dem Zentrum zu &#8220;entfernen&#8221;; ähnlich den anderen Schüler, von dem Du sprichst. Denn wahrscheinlich hat sich für den Assistenzlehrer durch die polizeimäßige &#8220;Durchleuchtung&#8221; der anderen Schüler, &#8220;die mit ihm Kontakt hatten&#8221;, gezeigt, dass der eine von ihnen mit dem umgehend hinausgeworfenen Schüler sympathisiert hat.</p>
<p>Was folgt daraus? </p>
<p>Diese Begebenheit ist ein weiterer klarer Beleg für den oben thematisierten hinduistisch vorgeprägten Reinheitsbegriff der Tradition des Inders S. N. Goenka. Denn selbst bei Nichteinverständnis mit der Haltung bestimmter Teilnehmer gibt es noch lange keinen Grund, sie dann so schnell wie möglich zu &#8220;entfernen&#8221;, das heißt gleichgültig, was die Umstände sind (&#8220;Nacht, Winter, ohne Auto, weit weg vom Bahnhof&#8221;), bzw. so schnell wie möglich. </p>
<p>Der einzige denkbare Grund, der den Lehrer zu einem solchen Vorgehen gebracht haben kann, ist folgende Ansicht: </p>
<p>Er glaubt, dass jene Teilnehmer aufgrund ihrer kritischer Haltung und des damit verbundenen Zweifels an der vermeintlich einzig &#8220;reinen Technik&#8221; und dem vermeintlich einzig &#8220;reinen Dhamma&#8221; des Buddha selbst &#8220;unrein&#8221; sein müssten; und damit einen &#8220;verunreinigenden&#8221; Effekt auf die gesamte Gruppe hätten; und zwar alleine schon durch ihre Anwesenheit, auch wenn sie überhaupt nicht mit den anderen sprechen. </p>
<p>Warum? </p>
<p>Laut Goenka sind es die oben erklärten feinstofflich verstandenen &#8220;Vibrations&#8221;, die eine solche Sicht des Lehrers erklären.</p>
<p>Dazu kommt: </p>
<p>Im indisch-hinduistischen Denken hat der Meister oder &#8220;Guru&#8221; eine besonders hohe Stellung. Auch deshalb hat der ehemals orthodoxe Hindu Goenka versucht, seine Vipassanâ-Methode auf die Autorität des historischen Buddha zurückzuführen &#8211; durch nichts anderes als &#8220;reine Legenden&#8221;. </p>
<p>Auch Goenka selbst nimmt eine solche Stellung ein. Seine Lehren gelten in seiner Tradition als sakrosankt, gleichsamals der &#8220;reine Dhamma&#8221; des Buddha. Deshalb begnügen sich die Assistenzlehrer selbst mit &#8220;Knopfdruckdiensten&#8221; der Videorecorder und Kassettenplayer. Sie dürfen nicht eigenständig lehren, höchstens in Antwort auf Schülerfragen in Interviews oder Gesprächen; und selbst dann bloß auf &#8220;eng&#8221; auf die Methode bezogene Fragen. </p>
<p>Auch aufgrund dieses ganzen Denkens wird Kritik oder Hinterfragen in dieser Tradition nicht akzeptiert und schroff sanktioniert.. </p>
<p>Außerdem ist hier noch sehr aufschlussreich, dass die Tradition sich nicht um solche Schüler kümmert, die, wie die von Dir zitierte Frau, dort viele Kurse gemacht und viele Monate Langzeitservice gegeben hat, aber irgendwann psychische Probleme bekommen haben. Es wird sich dort also sogar um sehr alte und verdiente Schüler nicht gekümmert, wenn sie solche Probleme bekommen.</p>
<p>Warum nicht? Vieles spricht für die folgende Erklärung: </p>
<p>Aus Sicht dieser Tradition darf es angesichts der vermeintlich einzig &#8220;reinen Technik&#8221; und des vermeintlich einzig &#8220;reinen Dhamma&#8221; des Buddha eigentlich nicht dazu kommen, dass sie nicht eine entsprechend &#8220;reinigende&#8221; Wirkung auf einen Praktizierenden hat. Aus deren Sicht kann der einzige mögliche Grund sein, dass es durch karmische &#8220;Unreinheiten&#8221; verhindert wird. Aus deren Sicht ist deshalb Abstand von solchen vermeintlich &#8220;Unreinen&#8221; zu halten &#8211; ganz wie im hinduistischen Kastensystem.</p>
<p>Die Frau hat es Dir &#8220;unter Tränen&#8221; erzählt, weil sie unbewusst eben diese Sicht als den versteckten Grund für die Nichthilfe durch die Tradition gespürt hat; und vielleicht darüber hinaus noch deshalb, weil sie auch selbst diese Sicht zumindest ein Stückweit übernommen hat und sich damit auch selbst zumindest ein Stückweit in dieser Weise betrachtet hat </p>
<p>Dazu eine Anmerkung: </p>
<p>Ich hatte ein längeres Gespräch mit der mir gut bekannten Hamburger Vipassana-Lehrerin <a href="http://www.sylvia-kolk.de/" rel="nofollow">Dr. Sylvia Kolk </a>über meine Sicht zum Reinheitsdenken in der Tradition von S. N. Goenka. Sie vermittelte mir dazu einen neuen Aspekt: Sie sagte, dass vor allem Frauen (die unter den Schülern der Goenka-Tradition die klare Mehrheit stellen) für ein gewisses Reinheitsdenken oder -streben anfällig sein könnten. Denn viele von ihnen hätten durch die Gesellschaft und Erziehung einen gewissen &#8220;Unreinheitskomplex&#8221; wegen der monatlichen Menstruation verinnerlicht.</p>
<p>Das große Problem für die Tradition von S. N. Goenka:</p>
<p>Die eben beschriebenen Ansichten entsprechen nicht der Lehre des Buddha laut den Redensammlungen des Palikanons, auf die sich Goenka und seine Lehrer oder intellektuellen &#8220;Sprachrohre&#8221; ständig berufen. Jene Ansichten zum Thema Reinheit und der Stellung des Meisters sind vom Buddha abgelehnt worden, wie  das ganze indische Kastensystem (vgl. dazu etwa den 10. Kommentar <a href="http://www.buddha-heute.de/blog/2010/10/14/die-tolerante-haltung-der-katholischen-kirche-zu-den-anderen-religionen-das-zweite-vatikanische-konzil-und-etwa-der-buddhismus/" rel="nofollow">in diesem Blogeintrag</a> zur Haltung der katholischen Kirche zu den anderen Religionen). Es gibt diverse Reden im Palikanon, mit denen der Buddha zum kritischen Hinterfragen auffordert und sogar methodische Anweisungen dazu gibt (vgl. <a href="http://www.buddha-heute.de/blog/vorwort/" rel="nofollow">das Vorwort zum Blog</a>). </p>
<p>Der Buddha hat schon sehr, sehr gute Gründe gehabt, die &#8220;Treffliche Sicht&#8221; als das wichtigste Element des gesamten Befreiungsweges zu beschreiben. Denn es ist immer die Ansicht, die weitgehend das Fühlen, Denken, Sprechen und Verhalten von Menschen beeinflusst. Es sind immer die Ansichten, die Massenmörder wie Hitler, Stalin und Pol Pot nämlich unter dem Einfluss bestimmter Überzeugungen bzw. Ideologien (die nichts anderes als Komplexe bestimmter Ansichten sind) sozusagen mit &#8220;gutem Gewissen&#8221; zu ihrem Tun bewegt haben. Es sind immer die (im folgenden Falle religiösen) Ansichten, die nahezu Tag für Tag islamistische Selbstmordattentäter zum Mord vieler Menschen bringen; und es sind auch immer die Ansichten, die unter dem Einfluss bestimmter höherer Einsichten wiederum andere und innerlich reife Menschen zu Bodhisattvas und Wohltätern machen. </p>
<p>Aufgrund dieser überragenden Bedeutung der Ansichten ist es übrigens auch höchst sinnvoll und auch tief buddhistisch, solche Diskussionen oder Kontroversen zu führen, wie es auf diesem Blog geschieht. Es ist für alle Beteiligten ein hervorragendes Mittel, eine treffliche von einer weniger trefflichen und einer verfehlten Sicht unterscheiden zu lernen. </p>
<p>Nein, alle neu am Vipassana Interessierte sollten sich von diesen Diskussionen von nichts abschrecken lassen. Wenn ich Kritik äußere, weil es &#8220;die Sache&#8221; und (tief buddhistische) Treue zur Wahrheit erfordert, heißt das für mich noch lange nicht, dass ich nicht auch die positiven Seiten sehe. Über mein <em>Kursbuch Vipassana</em> etwa sind sicher einige zu dieser Vipassana-Tradition gekommen, wie auch zu anderen Vipassana-Traditionen.</p>
<p>Goenkas Vipassana-Ansatz ist einer neben diversen anderen, wenngleich mit den oben diskutierten &#8220;Besonderheiten&#8221; &#8211; nicht machtvoller oder reiner als andere. That´s all!</p>
<p>Der Ansatz ist einfach in besonderem Maße darauf ausgerichtet, in kurzer Zeit starke Konzentration zu entwickeln (was auch &#8220;spektakuläre&#8221; Erlebnisse mit sich bringen kann), etwa durch 1) die &#8220;eindeutige Aufgabe&#8221; des &#8220;nicht stehen bleibenden&#8221; und immer detaillierter werdenden Körperdurchkämmens, durch 2) die strikte Organisation der Kurse, die ganz darauf abzielt, gute Bedingungen für Sammlung zu schaffen, durch 3) das &#8220;Blockieren&#8221; jeglicher Diskussionen und Fragen, die &#8220;nichts mit der (vermeintlich einzigen wirklich reinen) Methode&#8221; zu tun haben (was nichts mit der Lehre des Buddha zu tun hat, wo das eigene Denken, Prüfen und Abwägen eine zentrale Rolle für die Entwicklung der befreienden Einsichten hat), und weitere Merkmale. </p>
<p>Diese starke Konzentration verfehlt auf viele Neulinge nicht ihren Eindruck &#8211; wie von der Tradition beabsichtigt. Diese starke Konzentration in Verbindung mit jener subtilen Reinheitsideologie führt bei vielen zu einem zu ausgeprägten und stückweit blinden &#8220;Gefolgschaftsgeist&#8221; &#8211; wie von der Tradition beabsichtigt.</p>
<p>Ich teile in diesem Zusammenhang die Meinung der oben zitierten Vipassana-Lehrerin Mary Thanissara: Es ist eine begrenzte Einsicht ist, die dort vermittelt wird, die nicht wirklich befreien kann. Es scheint bloß so unter dem Eindruck der starken Konzentration, die auch das &#8220;Ich und mein&#8221;-Bewusstsein &#8220;boostet&#8221;.</p>
<p>Mein Rat an Leute, die dort Kurse machen oder auch an die alten Schüler: </p>
<p>Lasst Euch &#8220;um Buddhas willen&#8221; nicht das (Selbst-)Denken abnehmen. So haben alle Katastrophen im Großen wie Kleinen angefangen. Bedenkt in diesem Zusammenhang tief das oben gebrachte Zitat des französischen Philosophen Bernard-Henri Lévi: &#8220;Der Wunsch nach Reinheit ist die Gebärmutter des Totalitarismus&#8221; (was keineswegs bloß im Sinne eines bestimmten Staatssystems zu verstehen ist, sondern auch im Sinne eines bestimmten subtilen Denkens und Umgehens mit anderen und dem Thema &#8220;Freiheit&#8221;).</p>
<p>Bilder Euch unabhängig von den spezifischen Vereinnahmungsversuchen und &#8220;reinen Legenden&#8221; dieser Tradition Eure eigene Meinung, vor allem anhand der guten (oben und im neuen Blogeintrag zum Katholizismus erwähnten englischen) Neuübersetzungen der Reden.</p>
<p>Vergleicht praktisch wie theoretisch mit anderen Vipassana-Ansätzen. Sie richten sich an unterschiedliche Persönlichkeitstypen. Findet den richtigen für Euch; oder auch die richtige Kombination von Elementen verschiedener Vipassana-Ansätze für Euch, ganz im Sinne der Selbstverantwortuzng, die für den frühbuddhistischen Weg zentral ist. Der Buddha hat nicht diesen oder jenen Ansatz &#8220;vorgeschrieben&#8221; bzw. als eine Art Allheilmittel allen an die Hand gegeben, egal was Euch Goenka und seine &#8220;Assistenz&#8221;-Lehrer oder intellektuellen Verfeinerer und Dienstleister zu suggerieren versuchen. </p>
<p>Zu diesen Dienstleistern gehören verschiedene Vertreter, neuerdings auch ein bekannter deutscher Reisebuchautor,der ein reines und geschickt gemachtes PR-Buch zur Goenka-Tradition geschrieben hat, mit dem (in gewisser Hinsicht vielsagenden) Titel: &#8220;Triffst Du Buddha, töte ihn&#8221; (denn anscheinend wollen sich Goenka bzw. seine PR-Leute doch nicht bloß vom &#8220;Buddhismus&#8221; abgrenzen &#8230;). Lest bei Interesse die ausführlichen Leseproben auf seiner Website. Einen Kauf dieses Buches würde ich nicht empfehlen. Denn ich habe eindeutige Hinweise, dass es eine bezahlte Auftragsarbeit ist, entgegen Altmanns Aussagen auf seiner Website, dass er &#8220;zufällig&#8221; zu dieser Tradition gekommen wäre. Aber dazu unter anderem im zu gegebener Zeit erscheinenden zweiten Teil meiner Kritik. </p>
<p>Entgegen der Märchen und Suggestionen Goenkas und seiner intellektuellen Diensleister: Der Buddha nach dem Zeugnis des Palikanons hatte einen sehr großen &#8220;Köcher&#8221; an Methoden, und wusste genau, welche &#8220;Pfeile&#8221; er &#8211; je nach der konkreten Situation &#8211; &#8220;abschießen&#8221; musste, um bestimmte Leiden zu &#8220;töten&#8221;.</p>
<p>Lasst Euch die individuelle Wahl und Entscheidung zu keiner Zeit abnehmen oder verbieten, auch wenn Ihr in der Goenka-Tradition einen Kurs gemacht habt und dort wieder einen machen wollt. Lasst Euch von ihr nicht &#8220;durchleuchten&#8221; (was es in keiner anderen buddhistischen Tradition gibt).</p>
<p>Hinterfragt in den passenden Situationen sachlich, was zu hinterfragen ist, vor allem jene religiös verpackte &#8220;Reinheitsideologie&#8221;, ob gegenüber einem Lehrer oder anderen Schülern dieser Tradition, und tragt auf diese Weise zu einer positiven Änderung bei.</p>
<p>Herzlich</p>
<p>Hans</p>
<p>PS: Noch ein Zusatz zu den oben genannten Begründungen, warum der ganze Ansatz in besonderem Maße darauf ausgerichtet ist, in kurzer Zeit starke Konzentration zu entwickeln:</p>
<p>Ich habe es in der Goenka-Tradition auf einem Kurs im Sommer erlebt, dass selbst zu dieser Zeit &#8211; und zu anderen Jahreszeiten ohnehin &#8211; während der Gruppenmeditation in der Halle die Fenster geschlossen bleiben mussten, obwohl es dort sehr warm war. Die gegebene Begründung lautete, dass so bei der Meditation eventuelle kleine Geräusche (wie von Vögeln) nicht mehr zu hören seien. </p>
<p>In keiner anderen mir bekannten Vipassana-Tradition wird ein so großer Wert auf eine absolut störungsfreie Umgebung gelegt (wobei es natürlich auch eine große Störung werden kann, wenn die Sauerstoffsituation in der Halle durch die geschlossenen Fenster schlecht ist, wie ich es selbst wiederholt in dem früheren Zentrum in Bad Herrenalb wegen dessen niederer Hallendecke empfunden habe). </p>
<p>Denn im Allgemeinen gelten für die Vipassana-Meditation gelegentliche Geräusche oder andere Störungen sogar als wünschenswert. Denn im Falle des &#8220;Vipassana&#8221; (wörtlich &#8220;klarer Einsicht&#8221;) geht es um die befreiende Einsicht, die sich in Bezug auf alle Phänomene entwickeln soll. So wird es im <em>Satipatthâna-Sutta</em> (der zentralen <em>Rede über die Vergegenwärtigungen der Achtsamkeit</em>) auch klar beschrieben. Im vierten Hauptabschnitt dieses Hauptsuttas nämlich wird etwa gelehrt, wie sich die befreiende Einsicht in der Auseinandersetzung mit den gewöhnlichen Sinneseindrücken und den geistigen Hindernissen entwickelt.</p>
<p>Laut den Redensammlungen des Palikanons empfiehlt der Buddha zu den Umständen der Meditation, dass man sich einen geeigneten Platz etwa am Fuße eines Baumes oder in einer leeren Waldhütte suchen soll. Klar, in der damaligen Zeit im alten Indien waren die Umständ andere. Trotzdem geht daraus klar hervor, dass ein unmittelbarer Kontakt zur Natur und ein gewisses Maß an Naturgeräuschen keineswegs als Hindernis für die Meditation galt.</p>
<p>Anders in der Tradition von S. N. Goenka. Warum? Weil hier absolut im Vordergrund steht, in kurzer Zeit hohe Konzentration zu entwickeln.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Martin</title>
		<link>http://www.buddha-heute.de/blog/2010/03/07/die-tradition-des-vipassana-von-s-n-goenka-und-ihre-reine-technik-des-buddha/#comment-292</link>
		<dc:creator>Martin</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Nov 2010 15:43:39 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://meinung.buddha-heute.de/2010/03/07/17/#comment-292</guid>
		<description>Hallo Hans, 

super, dass Du dieses Thema einmal öffentlich ansprichst! Ich habe mich schon oft gefragt, warum es so wenige Erfahrungsberichte zu den Goenka Kursen gibt…

Vieles was ihr schreibt deckt sich mit meinen Erlebnissen. 

Mein erster Goenka-Kurs traf mich ziemlich unvorbereitet. Die sehr strengen Regeln dort empfand ich als erschreckend, insbesondere die Art, wie sie von den Lehrern und der Kursbetreuung verfolgt wurden. Sie wirkten sehr dogmatisch, und ich empfand unseren Kursbetreuer wie von Fäden gezogen, unfrei, kontrollierend.  

Zwei der anderen Neulinge wurden schon nach wenigen Tagen aufgefordert, den Kurs zu verlassen. Einer hatte den Lehrer und die Methode während der „kleinen Runde“, die ab und zu vorne im Raum mit dem Lehrer meditiert und von ihm angeleitet wird, wiederholt hinterfragt. Nach dieser Stunde wurde er direkt vom Assistenzlehrer abgefangen. Er erzählte uns noch, dass man ihm okkulte Praxis vorgeworfen hatte, und er musste das Haus noch in derselben Nacht verlassen. Ohne Auto stand er im dunklen und kalten Schnee vor der Tür, weit weg vom nächsten Bahnhof, es gab kein Entgegenkommen seitens des Hauses. Alle, die mit ihm Kontakt hatten, wurden nachher vom Lehrer einzeln befragt. Eine weitere Person musste daraufhin abreisen. Er wurde sofort „entfernt“, ohne dass weiterer Kontakt zu uns möglich gewesen wäre. Ich wurde als zum Bleiben tauglich befunden und konnte weiter machen. Hätte ich von einem Bekannten nicht vor dem Kurs das Signal bekommen, dass die Methode o.k. ist, ich wäre wohl geflüchtet, aus Angst, in eine Sekte hineingeraten zu sein.
 
Da es mein erster Kurs dieser Intensität war, hatte ich große Probleme mit dem Rücken. Es wurde mir jedoch untersagt, mich zumindest während der abendlichen Vorträge auf einen Stuhl zu setzen oder mich anzulehnen. Ich habe viele andere Retreats bei unterschiedlichen Lehrern besucht, keines wurde vergleichbar verhalten/ dogmatisch geführt. 

Gegen Ende dieses Kurses hatte ich in der Meditation ein sehr durchgreifendes Erlebnis, auf dass ich nicht vorbereitet war. Dieses Erkennen hat mein Leben verändert, es war ein großes Geschenk, doch zunächst hat es mich völlig überfordert. Vor Ort fand ich nicht die richtigen Ansprechpartner, und es gibt keine Betreuung, die über die Kurse hinausgeht. Die nächsten drei Monate galt es für mich, das Erlebte zu verdauen. Und ich war sehr froh, dass ich Kontakt zu anderen Meditierenden habe, an die ich mich wenden konnte. Ohne sie wäre ich ziemlich „aufgeschmissen“ gewesen. 

Vor einem halben Jahr bin ich während eines anderen Retreats auf eine Frau getroffen, die auf viele Goenka-Kursen meditiert und auch im Betreuungsteam gearbeitet hat. Sie hat unter anderem viele Monate Langzeitservice gegeben. 

Unter Tränen erzählte sie mir, dass sie nach dem letzten gesessenen Langzeitkurs psychotische Zustände bekommen hatte. Sie fand dabei keine Hilfe. Ihre Lösung bestand darin, sich von der Meditation für Jahre zurückzuziehen. Das Retreat, auf dem wir uns trafen, war ihr erstes nach langer Abstinenz; und sie war erleichtert darüber, wie unkonventionell und menschlich es dort zuging. Es tat ihr gut, dort einen Lehrer als Ansprechpartner zu haben, und kein Tonband. 

Soviel zum schwierigen Teil.

Dennoch: die unterrichtete Methode hat mich überzeugt. Sie hat mir viel geschenkt und mir sehr gut getan! Nach einiger Zeit habe ich mich wieder zum Kurs angemeldet. Diesmal wusste ich, worauf ich mich einlasse, meine Einstellung war einen andere, ich hatte Vertrauen in die Technik, das &quot;andere&quot; habe ich deshalb hinnehmen können, ohne es überzubewerten, ohne mich hineinzusteigern. 

Bei diesen Kursen ist es „Glückssache“, auf welche Assistenzlehrer man trifft. Mein zweiter Kurs wurde von sehr vorbildlichen und liebenswerten Lehrern betreut, bei denen ich mich gut aufgehoben fühlte. Auch sie antworteten nach dem vorgegebenen Muster, aber sie taten es auf authentische und motivierende Art. Dieser zweite Kurs hat mich in der vorgegebenen Technik gefestigt, er hat mir viel gebracht, und ich werde weitere Kurse besuchen. 

Doch ich bin auch sensibilisiert für die schwierigen Seiten der Goenka- Kurse. Ich verinnerliche nicht alles, was sie mir dort sagen. Ich lege großen Wert darauf, außerhalb der Kurse in eine Gemeinschaft von Buddhisten eingebunden zu sein, die liberal und offen mit den verschiedenen Traditionen Austausch pflegen. Und ich meditiere außerhalb der Kurse so, wie ich es für richtig halte. Die von Goenka gelehrte Methode spielt dabei für mich eine entscheidende Rolle, denn sie ist einfach und gut. Sie lässt sich auch im Alltag immer wieder zwischendurch aufnehmen. Sie führt zu einer sehr guten und kontinuierlichen Achtsamkeit. 

Fazit: die Vipassana- Kurse von Goenka haben mein Leben ganz entscheidend zum Positiven gewendet. Ich empfinde eine tiefe Dankbarkeit für diese Methode und für das, was in ehrenamtlicher Arbeit dort für geleistet wird. 

Aber ich nehme mit einer gewissen Vorsicht an den Kursen teil. Ich glaube nicht mehr, dass es sich um eine Sekte mit schlechten Absichten handelt. Vieles, was mir zu Anfang unverständlich war, kann ich heute einordnen. Die strikten Regeln ermöglichen mir heute eine ungestörte Meditation. Das „Rund um sorglos&quot;-Paket, das die Helfer den Teilnehmern ermöglichen (keine Putz- oder Küchendienst, bis in die kleinsten Kleinigkeiten ist alles perfekt organisiert) weiß ich zu schätzen. Die Tatsache, dass ich Handy, Bücher, Wertsachen etc. abgeben muss und das Gelände nicht verlassen darf, bringt mir heute innerliche Ruhe, statt mich wie am Anfang zu beunruhigen. 

Dennoch: Gesunder Menschenverstand ist gefragt, ein Umfeld, dass auch nach einem Kurs mit Ansprechpartnern zur Verfügung steht, ist hilfreich; und ja, auch ich brauche eine Menge Gleichmut, um zum x-ten Mal dieselben Anekdoten von Goenka zu hören, die mich mit ihrem alleinigen Gütigkeitsanspruch durchaus auf eine harte Probe stellen! 

Danke für die Gelegenheit zum Austausch. Ich hoffe, dass mit dieser Seite auch interessierte Neulinge besser informiert sind. Lasst Euch nicht (nur) abschrecken von dem, was hier geschrieben wird, versucht nur, Euch darauf einzustellen, dass die Kurse, wie alles im Leben, Sonnen- und Schattenseiten haben können. Grundsätzlich gilt: ausprobieren, statt blind annehmen; und ausprobieren, statt zweifeln. Ich schätze, das führt dann auf den gesunden Mittelweg. Bleibt Euch selbst treu!

Lieben Gruß, 
Martin</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Hans, </p>
<p>super, dass Du dieses Thema einmal öffentlich ansprichst! Ich habe mich schon oft gefragt, warum es so wenige Erfahrungsberichte zu den Goenka Kursen gibt…</p>
<p>Vieles was ihr schreibt deckt sich mit meinen Erlebnissen. </p>
<p>Mein erster Goenka-Kurs traf mich ziemlich unvorbereitet. Die sehr strengen Regeln dort empfand ich als erschreckend, insbesondere die Art, wie sie von den Lehrern und der Kursbetreuung verfolgt wurden. Sie wirkten sehr dogmatisch, und ich empfand unseren Kursbetreuer wie von Fäden gezogen, unfrei, kontrollierend.  </p>
<p>Zwei der anderen Neulinge wurden schon nach wenigen Tagen aufgefordert, den Kurs zu verlassen. Einer hatte den Lehrer und die Methode während der „kleinen Runde“, die ab und zu vorne im Raum mit dem Lehrer meditiert und von ihm angeleitet wird, wiederholt hinterfragt. Nach dieser Stunde wurde er direkt vom Assistenzlehrer abgefangen. Er erzählte uns noch, dass man ihm okkulte Praxis vorgeworfen hatte, und er musste das Haus noch in derselben Nacht verlassen. Ohne Auto stand er im dunklen und kalten Schnee vor der Tür, weit weg vom nächsten Bahnhof, es gab kein Entgegenkommen seitens des Hauses. Alle, die mit ihm Kontakt hatten, wurden nachher vom Lehrer einzeln befragt. Eine weitere Person musste daraufhin abreisen. Er wurde sofort „entfernt“, ohne dass weiterer Kontakt zu uns möglich gewesen wäre. Ich wurde als zum Bleiben tauglich befunden und konnte weiter machen. Hätte ich von einem Bekannten nicht vor dem Kurs das Signal bekommen, dass die Methode o.k. ist, ich wäre wohl geflüchtet, aus Angst, in eine Sekte hineingeraten zu sein.</p>
<p>Da es mein erster Kurs dieser Intensität war, hatte ich große Probleme mit dem Rücken. Es wurde mir jedoch untersagt, mich zumindest während der abendlichen Vorträge auf einen Stuhl zu setzen oder mich anzulehnen. Ich habe viele andere Retreats bei unterschiedlichen Lehrern besucht, keines wurde vergleichbar verhalten/ dogmatisch geführt. </p>
<p>Gegen Ende dieses Kurses hatte ich in der Meditation ein sehr durchgreifendes Erlebnis, auf dass ich nicht vorbereitet war. Dieses Erkennen hat mein Leben verändert, es war ein großes Geschenk, doch zunächst hat es mich völlig überfordert. Vor Ort fand ich nicht die richtigen Ansprechpartner, und es gibt keine Betreuung, die über die Kurse hinausgeht. Die nächsten drei Monate galt es für mich, das Erlebte zu verdauen. Und ich war sehr froh, dass ich Kontakt zu anderen Meditierenden habe, an die ich mich wenden konnte. Ohne sie wäre ich ziemlich „aufgeschmissen“ gewesen. </p>
<p>Vor einem halben Jahr bin ich während eines anderen Retreats auf eine Frau getroffen, die auf viele Goenka-Kursen meditiert und auch im Betreuungsteam gearbeitet hat. Sie hat unter anderem viele Monate Langzeitservice gegeben. </p>
<p>Unter Tränen erzählte sie mir, dass sie nach dem letzten gesessenen Langzeitkurs psychotische Zustände bekommen hatte. Sie fand dabei keine Hilfe. Ihre Lösung bestand darin, sich von der Meditation für Jahre zurückzuziehen. Das Retreat, auf dem wir uns trafen, war ihr erstes nach langer Abstinenz; und sie war erleichtert darüber, wie unkonventionell und menschlich es dort zuging. Es tat ihr gut, dort einen Lehrer als Ansprechpartner zu haben, und kein Tonband. </p>
<p>Soviel zum schwierigen Teil.</p>
<p>Dennoch: die unterrichtete Methode hat mich überzeugt. Sie hat mir viel geschenkt und mir sehr gut getan! Nach einiger Zeit habe ich mich wieder zum Kurs angemeldet. Diesmal wusste ich, worauf ich mich einlasse, meine Einstellung war einen andere, ich hatte Vertrauen in die Technik, das &#8220;andere&#8221; habe ich deshalb hinnehmen können, ohne es überzubewerten, ohne mich hineinzusteigern. </p>
<p>Bei diesen Kursen ist es „Glückssache“, auf welche Assistenzlehrer man trifft. Mein zweiter Kurs wurde von sehr vorbildlichen und liebenswerten Lehrern betreut, bei denen ich mich gut aufgehoben fühlte. Auch sie antworteten nach dem vorgegebenen Muster, aber sie taten es auf authentische und motivierende Art. Dieser zweite Kurs hat mich in der vorgegebenen Technik gefestigt, er hat mir viel gebracht, und ich werde weitere Kurse besuchen. </p>
<p>Doch ich bin auch sensibilisiert für die schwierigen Seiten der Goenka- Kurse. Ich verinnerliche nicht alles, was sie mir dort sagen. Ich lege großen Wert darauf, außerhalb der Kurse in eine Gemeinschaft von Buddhisten eingebunden zu sein, die liberal und offen mit den verschiedenen Traditionen Austausch pflegen. Und ich meditiere außerhalb der Kurse so, wie ich es für richtig halte. Die von Goenka gelehrte Methode spielt dabei für mich eine entscheidende Rolle, denn sie ist einfach und gut. Sie lässt sich auch im Alltag immer wieder zwischendurch aufnehmen. Sie führt zu einer sehr guten und kontinuierlichen Achtsamkeit. </p>
<p>Fazit: die Vipassana- Kurse von Goenka haben mein Leben ganz entscheidend zum Positiven gewendet. Ich empfinde eine tiefe Dankbarkeit für diese Methode und für das, was in ehrenamtlicher Arbeit dort für geleistet wird. </p>
<p>Aber ich nehme mit einer gewissen Vorsicht an den Kursen teil. Ich glaube nicht mehr, dass es sich um eine Sekte mit schlechten Absichten handelt. Vieles, was mir zu Anfang unverständlich war, kann ich heute einordnen. Die strikten Regeln ermöglichen mir heute eine ungestörte Meditation. Das „Rund um sorglos&#8221;-Paket, das die Helfer den Teilnehmern ermöglichen (keine Putz- oder Küchendienst, bis in die kleinsten Kleinigkeiten ist alles perfekt organisiert) weiß ich zu schätzen. Die Tatsache, dass ich Handy, Bücher, Wertsachen etc. abgeben muss und das Gelände nicht verlassen darf, bringt mir heute innerliche Ruhe, statt mich wie am Anfang zu beunruhigen. </p>
<p>Dennoch: Gesunder Menschenverstand ist gefragt, ein Umfeld, dass auch nach einem Kurs mit Ansprechpartnern zur Verfügung steht, ist hilfreich; und ja, auch ich brauche eine Menge Gleichmut, um zum x-ten Mal dieselben Anekdoten von Goenka zu hören, die mich mit ihrem alleinigen Gütigkeitsanspruch durchaus auf eine harte Probe stellen! </p>
<p>Danke für die Gelegenheit zum Austausch. Ich hoffe, dass mit dieser Seite auch interessierte Neulinge besser informiert sind. Lasst Euch nicht (nur) abschrecken von dem, was hier geschrieben wird, versucht nur, Euch darauf einzustellen, dass die Kurse, wie alles im Leben, Sonnen- und Schattenseiten haben können. Grundsätzlich gilt: ausprobieren, statt blind annehmen; und ausprobieren, statt zweifeln. Ich schätze, das führt dann auf den gesunden Mittelweg. Bleibt Euch selbst treu!</p>
<p>Lieben Gruß,<br />
Martin</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Hans</title>
		<link>http://www.buddha-heute.de/blog/2010/03/07/die-tradition-des-vipassana-von-s-n-goenka-und-ihre-reine-technik-des-buddha/#comment-248</link>
		<dc:creator>Hans</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Oct 2010 16:16:49 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://meinung.buddha-heute.de/2010/03/07/17/#comment-248</guid>
		<description>Hallo Miko,

Interessante Aspekte, die Du ansprichst. 

Lustig finde ich es, dass Du offenbar davon ausgehst, dass viele ständig die grundlegenden Ethikregeln &quot;Silas&quot; übertreten, so dass sie einen zehntägigen Kurs in der Goenka-Tradition geradezu als befreiend empfinden, insofern sie während des Kurses diese Ethikregeln streng einhalten müssen. Sind wir wirklich alle so übel drauf?

Ja, ich stimme Deiner nächsten Aussage zu: Ein zehntägiger Vipassana-Kurs (ob in der Tradition von S. N. Goenka oder anderswo) hinterlässt bei den meisten einen starken Eindruck, weil in kurzer Zeit ein hohes Maß von Achtsamkeit, Sammlung und Einsicht verwirklicht wird. Das wird als befreiend empfunden. 

Allerdings scheint mir in der Goenka-Tradition der Schwerpunkt mehr auf der Konzentration und geistigen Ruhe zu liegen, wie oben im Einzelnen begründet. Neben der erstern dreieinhalb Tage der reinen Konzentrationsübung über die &quot;eng eingegrenzte&quot; Atemachtsamkeit ist es schon alleine die Hauptaufgabe, ständig und immer detaillierter werdender Form das Körperdurchwandern auszuführen, ohne bei bestimmten Empfindungsgebieten &quot;stehen zu bleiben&quot;, was diese Einstufung als primäre Sammlungsübung begründet.

Aber hier liegt auch nicht das Problem. 

Das Problem liegt darin, dass diese Tradition jenen &quot;starken Eindruck&quot; auf die Teilnehmer benutzt, um diesen ein ganz bestimmtes, oben näher dargestelltes &quot; (geschlossenes) System&quot; als die vermeintlich &quot;reine Lehre&quot; und die &quot;reine Methode&quot; des Buddha zu vermitteln, obwohl sie es wie erklärt überhaupt nicht sind. 

Außerdem wird durch die Monopolisierung bzw. Vereinnahmung des Begriffs &quot;Vipassana&quot; durch diese Tradition, insofern dort suggeriert wird, das Body Sweeping sei das einzig wahre oder &quot;reine&quot; Vipassana, eine große Unwahrheit verbreitet wird. Denn Vipassana ist der Überbegriff über eine große und vielgestaltige frühbuddhistische Tradition. 

Das von Dir zitierte &quot;Reinwaschen des Geistes jeden Morgen, jeden Abend&quot; ist ein weiterer Beleg für die besondere Stellung des hinduistisch vorgeprägten Reinheitsdenken in dieser Tradition. Oben sind diverse weitere Belege genannt worden, sowohl, was die Organisation, als auch, was die Lehre und Methode dieser Tradition angeht. 

Ja, die Sankharas können als &quot;Gewohnheitsmuster&quot; aufgefasst werden.

Aber sie werden in dieser Tradition vor allem als körperlich verankerte und manifeste Zusammenballung bzw. &quot;heap&quot; (Haufen) oder &quot;stock&quot; (Vorrat, Bestand) von &quot;groben Empfindungen&quot; (gross sensations) &quot;im&quot; Körper verstanden. In dieser Weise nimmt Goenka vielfach Bezug auf sie, auch wenn er gelegentlich andere Gleichnisse bringt. 

Von diesen körperlichen Zusammenballungen oder &quot;heaps&quot; oder &quot;stocks&quot; gelte es sich durch das gleichmütige Betrachten (&quot;betrachte und reagiere nicht&quot;) zu reinigen, ganz so, als handele es sich um einen subtilen unreinen Stoff im Körper. Diese substanzorientierte Sicht kommt dem gewöhnlichen Alltagsverständnis der Dinge voll entgegen, weshalb viele spontan zustimmen. Sie stimmt aber nicht. 

Denn im Laufe der &quot;anfangslosen Wiedergeburten&quot; (und Goenka geht explizit von der Wiedergeburt aus) hätte man einen endlos hohen Berg solcher Empfindungen angehäuft. so dass er niemals abgetragen werden könnte. Außerdem werden laut den Reden des Buddha die Sankhâras, wennngleich sie körperliche Begleiterscheinungen in Form bestimmter Empfindungen haben, nicht körperlich oder geistig festgelegt. Vor allem werden sie laut den Reden nicht substanzorientiert als eine Art &quot;unreiner Stoff im Körper&quot; verstanden.

Die Lehre von einem wahren &quot;Selbst&quot; in Gestalt des &quot;vergänglichen Selbst&quot;, das mit dem Zustand des Bhanga Nyana bzw. der &quot;Erkenntnis der Auflösung&quot; des Körpers verwirklicht werde, kommt in dieser Tradition mit den Schriften bestimmter führender Vertreter wie Dr. Paul R. Fleischman zum Ausdruck (etwa &quot;the rock of self is revealed to be liquid&quot;). 

Diese Lehre von einem &quot;vergänglichen Selbst&quot; bietet einen Ankerpunkt für die &quot;Ich und mein&quot;-Identifikation mit den Dingen. Denn bei dieser &quot;Selbst&quot;-Lehre bleibt die Identifikation mit dem Körper als &quot;Ich und mein&quot; bestehen. Bloß ist es nunmehr - aus der Sicht der Lehre von einem &quot;vergänglichen Selbst&quot; - die Identifikation mit dem vergänglichen Körper als einem bloßen Konglomerat von ständig vergehenden Empfindungen im Zustand des Bhanga Nyâna als dem vermeintlichen wahren eigenen &quot;Ich und mein&quot;. 

Laut den Reden des Buddha ist das Nichtselbst nicht so zu verstehen. Hier ist es das Mittel zur Auflösung jeder Identifikation mit dem vergänglichen Dingen, einschließlich dem vergänglichen Körper, weil JEDE Identifikation mit den Vergänglichen oder jedes Festhalten am Ende immer bloß zu Leiden führen kann.

Herzlich 

Hans</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Miko,</p>
<p>Interessante Aspekte, die Du ansprichst. </p>
<p>Lustig finde ich es, dass Du offenbar davon ausgehst, dass viele ständig die grundlegenden Ethikregeln &#8220;Silas&#8221; übertreten, so dass sie einen zehntägigen Kurs in der Goenka-Tradition geradezu als befreiend empfinden, insofern sie während des Kurses diese Ethikregeln streng einhalten müssen. Sind wir wirklich alle so übel drauf?</p>
<p>Ja, ich stimme Deiner nächsten Aussage zu: Ein zehntägiger Vipassana-Kurs (ob in der Tradition von S. N. Goenka oder anderswo) hinterlässt bei den meisten einen starken Eindruck, weil in kurzer Zeit ein hohes Maß von Achtsamkeit, Sammlung und Einsicht verwirklicht wird. Das wird als befreiend empfunden. </p>
<p>Allerdings scheint mir in der Goenka-Tradition der Schwerpunkt mehr auf der Konzentration und geistigen Ruhe zu liegen, wie oben im Einzelnen begründet. Neben der erstern dreieinhalb Tage der reinen Konzentrationsübung über die &#8220;eng eingegrenzte&#8221; Atemachtsamkeit ist es schon alleine die Hauptaufgabe, ständig und immer detaillierter werdender Form das Körperdurchwandern auszuführen, ohne bei bestimmten Empfindungsgebieten &#8220;stehen zu bleiben&#8221;, was diese Einstufung als primäre Sammlungsübung begründet.</p>
<p>Aber hier liegt auch nicht das Problem. </p>
<p>Das Problem liegt darin, dass diese Tradition jenen &#8220;starken Eindruck&#8221; auf die Teilnehmer benutzt, um diesen ein ganz bestimmtes, oben näher dargestelltes &#8221; (geschlossenes) System&#8221; als die vermeintlich &#8220;reine Lehre&#8221; und die &#8220;reine Methode&#8221; des Buddha zu vermitteln, obwohl sie es wie erklärt überhaupt nicht sind. </p>
<p>Außerdem wird durch die Monopolisierung bzw. Vereinnahmung des Begriffs &#8220;Vipassana&#8221; durch diese Tradition, insofern dort suggeriert wird, das Body Sweeping sei das einzig wahre oder &#8220;reine&#8221; Vipassana, eine große Unwahrheit verbreitet wird. Denn Vipassana ist der Überbegriff über eine große und vielgestaltige frühbuddhistische Tradition. </p>
<p>Das von Dir zitierte &#8220;Reinwaschen des Geistes jeden Morgen, jeden Abend&#8221; ist ein weiterer Beleg für die besondere Stellung des hinduistisch vorgeprägten Reinheitsdenken in dieser Tradition. Oben sind diverse weitere Belege genannt worden, sowohl, was die Organisation, als auch, was die Lehre und Methode dieser Tradition angeht. </p>
<p>Ja, die Sankharas können als &#8220;Gewohnheitsmuster&#8221; aufgefasst werden.</p>
<p>Aber sie werden in dieser Tradition vor allem als körperlich verankerte und manifeste Zusammenballung bzw. &#8220;heap&#8221; (Haufen) oder &#8220;stock&#8221; (Vorrat, Bestand) von &#8220;groben Empfindungen&#8221; (gross sensations) &#8220;im&#8221; Körper verstanden. In dieser Weise nimmt Goenka vielfach Bezug auf sie, auch wenn er gelegentlich andere Gleichnisse bringt. </p>
<p>Von diesen körperlichen Zusammenballungen oder &#8220;heaps&#8221; oder &#8220;stocks&#8221; gelte es sich durch das gleichmütige Betrachten (&#8220;betrachte und reagiere nicht&#8221;) zu reinigen, ganz so, als handele es sich um einen subtilen unreinen Stoff im Körper. Diese substanzorientierte Sicht kommt dem gewöhnlichen Alltagsverständnis der Dinge voll entgegen, weshalb viele spontan zustimmen. Sie stimmt aber nicht. </p>
<p>Denn im Laufe der &#8220;anfangslosen Wiedergeburten&#8221; (und Goenka geht explizit von der Wiedergeburt aus) hätte man einen endlos hohen Berg solcher Empfindungen angehäuft. so dass er niemals abgetragen werden könnte. Außerdem werden laut den Reden des Buddha die Sankhâras, wennngleich sie körperliche Begleiterscheinungen in Form bestimmter Empfindungen haben, nicht körperlich oder geistig festgelegt. Vor allem werden sie laut den Reden nicht substanzorientiert als eine Art &#8220;unreiner Stoff im Körper&#8221; verstanden.</p>
<p>Die Lehre von einem wahren &#8220;Selbst&#8221; in Gestalt des &#8220;vergänglichen Selbst&#8221;, das mit dem Zustand des Bhanga Nyana bzw. der &#8220;Erkenntnis der Auflösung&#8221; des Körpers verwirklicht werde, kommt in dieser Tradition mit den Schriften bestimmter führender Vertreter wie Dr. Paul R. Fleischman zum Ausdruck (etwa &#8220;the rock of self is revealed to be liquid&#8221;). </p>
<p>Diese Lehre von einem &#8220;vergänglichen Selbst&#8221; bietet einen Ankerpunkt für die &#8220;Ich und mein&#8221;-Identifikation mit den Dingen. Denn bei dieser &#8220;Selbst&#8221;-Lehre bleibt die Identifikation mit dem Körper als &#8220;Ich und mein&#8221; bestehen. Bloß ist es nunmehr &#8211; aus der Sicht der Lehre von einem &#8220;vergänglichen Selbst&#8221; &#8211; die Identifikation mit dem vergänglichen Körper als einem bloßen Konglomerat von ständig vergehenden Empfindungen im Zustand des Bhanga Nyâna als dem vermeintlichen wahren eigenen &#8220;Ich und mein&#8221;. </p>
<p>Laut den Reden des Buddha ist das Nichtselbst nicht so zu verstehen. Hier ist es das Mittel zur Auflösung jeder Identifikation mit dem vergänglichen Dingen, einschließlich dem vergänglichen Körper, weil JEDE Identifikation mit den Vergänglichen oder jedes Festhalten am Ende immer bloß zu Leiden führen kann.</p>
<p>Herzlich </p>
<p>Hans</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Hans</title>
		<link>http://www.buddha-heute.de/blog/2010/03/07/die-tradition-des-vipassana-von-s-n-goenka-und-ihre-reine-technik-des-buddha/#comment-247</link>
		<dc:creator>Hans</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Oct 2010 16:10:47 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://meinung.buddha-heute.de/2010/03/07/17/#comment-247</guid>
		<description>Hallo Udo,

Was willst Du hier mit Deinem Hagel von Zitaten eigentlich zeigen? 

(Eine Annmerkung für die Lesere: &quot;A&quot; steht für die &lt;em&gt;Angereihte Sammlung&lt;/em&gt; der Reden des Buddha, die in Auszügen in guter englischer Neuübersetzung von Bhikkhu Bodhi und Nyanaponika &lt;a href=&quot;http://www.amazon.de/Numerical-Discourses-Buddha-Anthology-Literature/dp/0742504050/ref=sr_1_4?ie=UTF8&amp;qid=1287933451&amp;sr=8-4&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;etwa hier &lt;/a&gt;erhältlich sind. Bhikkhu Bodhi arbeitet derzeit an einer vollständigen Neuübersetzung dieser Sammlung.) 

Dass ein gewisses Maß an Sammlung Voraussetzung für die befreienden Erkenntnisse sind, ist klar.

Dass für dieses Maß an Sammlung auch eine gewisse Nichtanhaftung Voraussetzung ist, ist ebenfalls klar. 

Welches Maß an Sammlung nun aber genau die Voraussetzung für die befreienden Erkenntnisse sind, darüber gibt es eine alte Diskussion: Es gibt laut unterschiedlichen Stellen des Palikanons sowohl den Weg über die Vertiefungszustände &quot;Jhânas&quot; als auch unabhängig davon. 

Dies ist an anderen Stellen dieses Blogs ausführlich diskutiert worden. 

Vipassana kann natürlich hinsichtlich der verschiedenen Methoden und der sie stützenden Lehren gelehrt werden, wie es alle Vipassana-Lehrenden tun. 

&quot;Elend&quot; ist in Bezug auf die materiellen Dinge eine falsche Übersetzung von &quot;dukkha&quot;. Materielle Dinge können nicht leidvoll sein, weil sie keine Empfindungen haben (diese haben lediglich Lebewesen). Die materiellen Dinge sind &quot;ungenügend&quot; oder &quot;nichthinreichend&quot;, weil sie die unbewussten Hoffnungen, dass sie beständiges Glück bringen, nicht erfüllen können. Das bedeutet &quot;dukkha&quot; in Bezug auf die materiellen Dinge. 

Weil Du Dich sehr gerne auf den &lt;em&gt;Abhidhamma &lt;/em&gt;und den &lt;em&gt;Visuddhi Magga &lt;/em&gt;beziehst, und mit Vorliebe die technischen Lehren dieser spät entstandenen Werke zitierst, wie Du es oben wieder mit deinen Anmerkungen 1 bis 4 gemacht hast, möchte ich dazu etwas Grundsätzliches sagen. Aber weil es ein ganz anderes, neues großes und wichtiges Thema ist, werde ich in der nächsten Zeit dazu ein neues Blogthema eröffnen; mit dem Titel: 

&quot;Die Lehre des Buddha laut den Redensammlungen des Palikanons:
Die Beschränkung auf das Wesentliche im Unterschied zu den geschlossenen Systemen des &lt;em&gt;Abhidhamma &lt;/em&gt;und &lt;em&gt;Visuddhi Magga&lt;/em&gt;&quot; 

So viel dazu bloß hier: 

Diese von Dir zitierten Aussagen sind nicht die Lehren des historischen Buddha, wie sie mit den Redensammlungen im Palikanon überliefert sind. 

Kurz zu Deiner Anm.1: Die &quot;24 Abhängigkeits- oder Bedingtheitsformen&quot; des &lt;em&gt;Abhidhamma &lt;/em&gt;sind eine Meinung bzw. ein Interpretations-Ergebnis, das genau betrachtet nicht in den Redensammlungen erscheint. Das Gleiche gilt für das &quot;analytische Erkennen der körperlichen und geistigen Daseinsvorgänge&quot; (nama-rupa-pariccheda) als einer der diversen Hellblicksstufen des &lt;em&gt;Visuddhi Magga&lt;/em&gt; und ebenfalls für diese diversen Hellblicksstufen, wie Du sie mit Deinen Anmerkungen 2 bis 4 zitierst.

In Deinen Worten: &quot;Nur damit&quot; Du Dir &quot;keine falsche Hoffnungen&quot; machst. 

Deine Hoffnung war nämlich, dass man tatsächlich auf dem Vipassanaweg das erkennen müsse, was jene technischen Ausdrücke oder Meinungen der von Dir zitierten Spätwerke beschreiben. 

Warum jedoch diese Spätwerke so vorgehen; und warum es einen großen Sinn macht, dass die Redensammlungen nicht so vorgehen, dazu in dem oben erwähnten geplanten separaten Blogbeitrag.

Herzlich

Hans 

PS: Im Folgenden werde ich noch Mikos Aussage von oben beantworten, die eng zum Thema dieses Blogeintrags gehört.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Udo,</p>
<p>Was willst Du hier mit Deinem Hagel von Zitaten eigentlich zeigen? </p>
<p>(Eine Annmerkung für die Lesere: &#8220;A&#8221; steht für die <em>Angereihte Sammlung</em> der Reden des Buddha, die in Auszügen in guter englischer Neuübersetzung von Bhikkhu Bodhi und Nyanaponika <a href="http://www.amazon.de/Numerical-Discourses-Buddha-Anthology-Literature/dp/0742504050/ref=sr_1_4?ie=UTF8&#038;qid=1287933451&#038;sr=8-4" rel="nofollow">etwa hier </a>erhältlich sind. Bhikkhu Bodhi arbeitet derzeit an einer vollständigen Neuübersetzung dieser Sammlung.) </p>
<p>Dass ein gewisses Maß an Sammlung Voraussetzung für die befreienden Erkenntnisse sind, ist klar.</p>
<p>Dass für dieses Maß an Sammlung auch eine gewisse Nichtanhaftung Voraussetzung ist, ist ebenfalls klar. </p>
<p>Welches Maß an Sammlung nun aber genau die Voraussetzung für die befreienden Erkenntnisse sind, darüber gibt es eine alte Diskussion: Es gibt laut unterschiedlichen Stellen des Palikanons sowohl den Weg über die Vertiefungszustände &#8220;Jhânas&#8221; als auch unabhängig davon. </p>
<p>Dies ist an anderen Stellen dieses Blogs ausführlich diskutiert worden. </p>
<p>Vipassana kann natürlich hinsichtlich der verschiedenen Methoden und der sie stützenden Lehren gelehrt werden, wie es alle Vipassana-Lehrenden tun. </p>
<p>&#8220;Elend&#8221; ist in Bezug auf die materiellen Dinge eine falsche Übersetzung von &#8220;dukkha&#8221;. Materielle Dinge können nicht leidvoll sein, weil sie keine Empfindungen haben (diese haben lediglich Lebewesen). Die materiellen Dinge sind &#8220;ungenügend&#8221; oder &#8220;nichthinreichend&#8221;, weil sie die unbewussten Hoffnungen, dass sie beständiges Glück bringen, nicht erfüllen können. Das bedeutet &#8220;dukkha&#8221; in Bezug auf die materiellen Dinge. </p>
<p>Weil Du Dich sehr gerne auf den <em>Abhidhamma </em>und den <em>Visuddhi Magga </em>beziehst, und mit Vorliebe die technischen Lehren dieser spät entstandenen Werke zitierst, wie Du es oben wieder mit deinen Anmerkungen 1 bis 4 gemacht hast, möchte ich dazu etwas Grundsätzliches sagen. Aber weil es ein ganz anderes, neues großes und wichtiges Thema ist, werde ich in der nächsten Zeit dazu ein neues Blogthema eröffnen; mit dem Titel: </p>
<p>&#8220;Die Lehre des Buddha laut den Redensammlungen des Palikanons:<br />
Die Beschränkung auf das Wesentliche im Unterschied zu den geschlossenen Systemen des <em>Abhidhamma </em>und <em>Visuddhi Magga</em>&#8221; </p>
<p>So viel dazu bloß hier: </p>
<p>Diese von Dir zitierten Aussagen sind nicht die Lehren des historischen Buddha, wie sie mit den Redensammlungen im Palikanon überliefert sind. </p>
<p>Kurz zu Deiner Anm.1: Die &#8220;24 Abhängigkeits- oder Bedingtheitsformen&#8221; des <em>Abhidhamma </em>sind eine Meinung bzw. ein Interpretations-Ergebnis, das genau betrachtet nicht in den Redensammlungen erscheint. Das Gleiche gilt für das &#8220;analytische Erkennen der körperlichen und geistigen Daseinsvorgänge&#8221; (nama-rupa-pariccheda) als einer der diversen Hellblicksstufen des <em>Visuddhi Magga</em> und ebenfalls für diese diversen Hellblicksstufen, wie Du sie mit Deinen Anmerkungen 2 bis 4 zitierst.</p>
<p>In Deinen Worten: &#8220;Nur damit&#8221; Du Dir &#8220;keine falsche Hoffnungen&#8221; machst. </p>
<p>Deine Hoffnung war nämlich, dass man tatsächlich auf dem Vipassanaweg das erkennen müsse, was jene technischen Ausdrücke oder Meinungen der von Dir zitierten Spätwerke beschreiben. </p>
<p>Warum jedoch diese Spätwerke so vorgehen; und warum es einen großen Sinn macht, dass die Redensammlungen nicht so vorgehen, dazu in dem oben erwähnten geplanten separaten Blogbeitrag.</p>
<p>Herzlich</p>
<p>Hans </p>
<p>PS: Im Folgenden werde ich noch Mikos Aussage von oben beantworten, die eng zum Thema dieses Blogeintrags gehört.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Upasaka Udo</title>
		<link>http://www.buddha-heute.de/blog/2010/03/07/die-tradition-des-vipassana-von-s-n-goenka-und-ihre-reine-technik-des-buddha/#comment-143</link>
		<dc:creator>Upasaka Udo</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Oct 2010 10:00:45 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://meinung.buddha-heute.de/2010/03/07/17/#comment-143</guid>
		<description>hier noch ein Nachtrag zum vorherigen Kommentar.

Vipassana kann nicht gelehrt werden !

Vipassana entsteht durch Bhavana !

&#039;Hellblick&#039;, ist das aufblitzende intuitive Erkennen:

der Vergänglichkeit (anicca)
des Elends (dukkha) und
der Unpersönlichkeit (anattā)

Quellen Nachweis :

A.V.24 Eines aufs andere gestützt - 4. Dussīla Sutta

Im Sittenlosen, ihr Mönche, dem Sittlichkeit mangelt, ist die rechte Sammlung ohne Grundlage. (1)
Ist aber keine rechte Sammlung da, so ist in ihm, dem rechte Sammlung mangelt, der wirklichkeitsgemäße Erkenntnisblick (*2) ohne Grundlage.
Ist aber kein wirklichkeitsgemäßer Erkenntnisblick da, so sind in ihm, dem wirklichkeitsgemäßer Erkenntnisblick mangelt, Abwendung und Loslösung (*3) ohne Grundlage.
Ist aber keine Abwendung und Loslösung da, so ist in ihm, dem Abwendung und Loslösung mangeln, der Erkenntnisblick der Erlösung (*4) ohne Grundlage.
Gleichwie nämlich, ihr Mönche, an einem der Zweige und Blätter beraubten Baume auch Borke, Haut, Grünholz und Kernholz sich nicht vollkommen entwickeln können, ebenso, ihr Mönche, ist in einem Sittenlosen, dem Sittlichkeit mangelt, die rechte Sammlung ohne Grundlage . . . (wie oben) . . . so ist in ihm, dem Abwendung und Loslösung mangeln, der Erkenntnisblick der Erlösung ohne Grundlage.

Im Sittenreinen, ihr Mönche, von Sittlichkeit Erfüllten hat die rechte Sammlung eine Grundlage.
Ist aber rechte Sammlung da, so hat in ihm, der rechte Sammlung besitzt, der wirklichkeitsgemäße Erkenntnisblick eine Grundlage.
Ist aber wirklichkeitsgemäßer Erkenntnisblick da, so hat in ihm, der wirklichkeitsgemäßen Erkenntnisblick besitzt, die Abwendung und Loslösung eine Grundlage.
Sind aber Abwendung und Loslösung da, so hat in ihm, der Abwendung und Loslösung besitzt, der Erkenntnisblick der Erlösung eine Grundlage.
Gleichwie nämlich, ihr Mönche, an einem Zweige und Blätter besitzenden Baume auch Borke, Haut, Grünholz und Kernholz zur vollkommenen Entwicklung gelangen, ebenso, ihr Mönche, hat im Sittenreinen, von Sittlichkeit Erfüllten die rechte Sammlung eine Grundlage . . . (wie oben) . . . so hat in ihm, der Abwendung und Loslösung besitzt, der Erkenntnisblick der Erlösung eine Stütze.

(1) upanisā, Stütze; eine Parallelform von upanissaya, das als Abhidhamma-Begriff eine bestimmte unter den 24 Abhängigkeits- oder Bedingtheitsformen (paccaya) bezeichnet: die Grundlagen- oder Anlaßbedingung (Wtb: paccaya 9). -

Erweiterte Fassungen dieses Textes finden sich in A.VI.50; A.VII.61; A.VIII.81.

(*2) K: Dies ist der noch schwach entwickelte Hellblick (vipassanā), beginnend mit dem analytischen Erkennen der körperlichen und geistigen Daseinsvorgänge (nāma-rūpa-pariccheda; s. VisM 701).

(*3) Der erste Begriff (nibbidā, &#039;Abscheu&#039;) bezeichnet das Stadium des intensiven Hellblicks (VisM 777), während sich der zweite Begriff (virāga) auf die Pfaderreichung (Stromeintritt usw). bezieht.

(*4) Dies bezeichnet das Pfadergebnis (oder den Fruchtzustand; phala) der Heiligkeit sowie das hierauf folgende Rückblickwissen (paccavekkhana-ñāna).



http://www.palikanon.com/angutt/a05_021-030.html#a_v24

Nur damit sich keiner falsche Hoffnungen macht.

Upasaka Udo Zajonc</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>hier noch ein Nachtrag zum vorherigen Kommentar.</p>
<p>Vipassana kann nicht gelehrt werden !</p>
<p>Vipassana entsteht durch Bhavana !</p>
<p>&#8216;Hellblick&#8217;, ist das aufblitzende intuitive Erkennen:</p>
<p>der Vergänglichkeit (anicca)<br />
des Elends (dukkha) und<br />
der Unpersönlichkeit (anattā)</p>
<p>Quellen Nachweis :</p>
<p>A.V.24 Eines aufs andere gestützt &#8211; 4. Dussīla Sutta</p>
<p>Im Sittenlosen, ihr Mönche, dem Sittlichkeit mangelt, ist die rechte Sammlung ohne Grundlage. (1)<br />
Ist aber keine rechte Sammlung da, so ist in ihm, dem rechte Sammlung mangelt, der wirklichkeitsgemäße Erkenntnisblick (*2) ohne Grundlage.<br />
Ist aber kein wirklichkeitsgemäßer Erkenntnisblick da, so sind in ihm, dem wirklichkeitsgemäßer Erkenntnisblick mangelt, Abwendung und Loslösung (*3) ohne Grundlage.<br />
Ist aber keine Abwendung und Loslösung da, so ist in ihm, dem Abwendung und Loslösung mangeln, der Erkenntnisblick der Erlösung (*4) ohne Grundlage.<br />
Gleichwie nämlich, ihr Mönche, an einem der Zweige und Blätter beraubten Baume auch Borke, Haut, Grünholz und Kernholz sich nicht vollkommen entwickeln können, ebenso, ihr Mönche, ist in einem Sittenlosen, dem Sittlichkeit mangelt, die rechte Sammlung ohne Grundlage . . . (wie oben) . . . so ist in ihm, dem Abwendung und Loslösung mangeln, der Erkenntnisblick der Erlösung ohne Grundlage.</p>
<p>Im Sittenreinen, ihr Mönche, von Sittlichkeit Erfüllten hat die rechte Sammlung eine Grundlage.<br />
Ist aber rechte Sammlung da, so hat in ihm, der rechte Sammlung besitzt, der wirklichkeitsgemäße Erkenntnisblick eine Grundlage.<br />
Ist aber wirklichkeitsgemäßer Erkenntnisblick da, so hat in ihm, der wirklichkeitsgemäßen Erkenntnisblick besitzt, die Abwendung und Loslösung eine Grundlage.<br />
Sind aber Abwendung und Loslösung da, so hat in ihm, der Abwendung und Loslösung besitzt, der Erkenntnisblick der Erlösung eine Grundlage.<br />
Gleichwie nämlich, ihr Mönche, an einem Zweige und Blätter besitzenden Baume auch Borke, Haut, Grünholz und Kernholz zur vollkommenen Entwicklung gelangen, ebenso, ihr Mönche, hat im Sittenreinen, von Sittlichkeit Erfüllten die rechte Sammlung eine Grundlage . . . (wie oben) . . . so hat in ihm, der Abwendung und Loslösung besitzt, der Erkenntnisblick der Erlösung eine Stütze.</p>
<p>(1) upanisā, Stütze; eine Parallelform von upanissaya, das als Abhidhamma-Begriff eine bestimmte unter den 24 Abhängigkeits- oder Bedingtheitsformen (paccaya) bezeichnet: die Grundlagen- oder Anlaßbedingung (Wtb: paccaya 9). -</p>
<p>Erweiterte Fassungen dieses Textes finden sich in A.VI.50; A.VII.61; A.VIII.81.</p>
<p>(*2) K: Dies ist der noch schwach entwickelte Hellblick (vipassanā), beginnend mit dem analytischen Erkennen der körperlichen und geistigen Daseinsvorgänge (nāma-rūpa-pariccheda; s. VisM 701).</p>
<p>(*3) Der erste Begriff (nibbidā, &#8216;Abscheu&#8217;) bezeichnet das Stadium des intensiven Hellblicks (VisM 777), während sich der zweite Begriff (virāga) auf die Pfaderreichung (Stromeintritt usw). bezieht.</p>
<p>(*4) Dies bezeichnet das Pfadergebnis (oder den Fruchtzustand; phala) der Heiligkeit sowie das hierauf folgende Rückblickwissen (paccavekkhana-ñāna).</p>
<p><a href="http://www.palikanon.com/angutt/a05_021-030.html#a_v24" rel="nofollow">http://www.palikanon.com/angutt/a05_021-030.html#a_v24</a></p>
<p>Nur damit sich keiner falsche Hoffnungen macht.</p>
<p>Upasaka Udo Zajonc</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Upasaka Udo</title>
		<link>http://www.buddha-heute.de/blog/2010/03/07/die-tradition-des-vipassana-von-s-n-goenka-und-ihre-reine-technik-des-buddha/#comment-141</link>
		<dc:creator>Upasaka Udo</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Oct 2010 04:57:38 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://meinung.buddha-heute.de/2010/03/07/17/#comment-141</guid>
		<description>Hallo Hans,

ich wollte damit nur sagen das im Visuddhi Magga
die komplette Hellblickentfaltung (Vippassana) 
Hellblick&#039;, ist das aufblitzende intuitive Erkennen:
der Vergänglichkeit (anicca),
des Elends (dukkha) und
der Unpersönlichkeit (anattā)
beschrieben ist.

Freundliche Grüsse
Upasaka Udo</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Hans,</p>
<p>ich wollte damit nur sagen das im Visuddhi Magga<br />
die komplette Hellblickentfaltung (Vippassana)<br />
Hellblick&#8217;, ist das aufblitzende intuitive Erkennen:<br />
der Vergänglichkeit (anicca),<br />
des Elends (dukkha) und<br />
der Unpersönlichkeit (anattā)<br />
beschrieben ist.</p>
<p>Freundliche Grüsse<br />
Upasaka Udo</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Hans</title>
		<link>http://www.buddha-heute.de/blog/2010/03/07/die-tradition-des-vipassana-von-s-n-goenka-und-ihre-reine-technik-des-buddha/#comment-140</link>
		<dc:creator>Hans</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Oct 2010 23:34:07 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://meinung.buddha-heute.de/2010/03/07/17/#comment-140</guid>
		<description>Hallo Uposaka Udo,

Den Teil Deines Kommentars zum Vatikanischen Konzil und dem Buddhismus habe ich mit einem neuen Haupteintrag auf diesem Blog beantwortet. Denn das Thema gehört nicht zu diesem Eintrag.

Deine Aussagen zum Visuddhi Magga werde ich bald näher beantworten. 

Aber so viel schon jetzt: Es gibt diverse Vipassana-Lehrer, für deren Ansatz der Visuddhi Magga keine Rolle spielt. Es ist ein spätes scholastisches Werk, das mit einigen seiner Lehren von den Reden des Buddha im Palikanon abweicht.

Auch Deinen letzten Kommentar, Miko, werde ich noch beantworten.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Uposaka Udo,</p>
<p>Den Teil Deines Kommentars zum Vatikanischen Konzil und dem Buddhismus habe ich mit einem neuen Haupteintrag auf diesem Blog beantwortet. Denn das Thema gehört nicht zu diesem Eintrag.</p>
<p>Deine Aussagen zum Visuddhi Magga werde ich bald näher beantworten. </p>
<p>Aber so viel schon jetzt: Es gibt diverse Vipassana-Lehrer, für deren Ansatz der Visuddhi Magga keine Rolle spielt. Es ist ein spätes scholastisches Werk, das mit einigen seiner Lehren von den Reden des Buddha im Palikanon abweicht.</p>
<p>Auch Deinen letzten Kommentar, Miko, werde ich noch beantworten.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Upasaka Udo</title>
		<link>http://www.buddha-heute.de/blog/2010/03/07/die-tradition-des-vipassana-von-s-n-goenka-und-ihre-reine-technik-des-buddha/#comment-139</link>
		<dc:creator>Upasaka Udo</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Oct 2010 16:07:28 +0000</pubDate>
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		<description>Visuddhi Magga, Der Weg zur Reinheit

Die größte und älteste systematische Darstellung des Buddhismus von Buddhagosa aus Sri Lanka um das Jahr 500, übersetzt von Nyanatiloka


http://www.palikanon.com/visuddhi/vis_idx.html

Mit freundlichen Grüssen

Upasaka Udo</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Visuddhi Magga, Der Weg zur Reinheit</p>
<p>Die größte und älteste systematische Darstellung des Buddhismus von Buddhagosa aus Sri Lanka um das Jahr 500, übersetzt von Nyanatiloka</p>
<p><a href="http://www.palikanon.com/visuddhi/vis_idx.html" rel="nofollow">http://www.palikanon.com/visuddhi/vis_idx.html</a></p>
<p>Mit freundlichen Grüssen</p>
<p>Upasaka Udo</p>
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