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Hinweise:

 

Ein Vortrag am 14. November in Hamburg:

Am 14. November werde ich am “Buddhistischen Zentrum” von Dr. Sylvia Kolk in Hamburg einen Vortrag über die unterschiedlichen Befreiungstypen in der Lehre des Buddhas halten. Im Anschluss wird es einige Gelegenheit für ein Gespräch darüber geben. Alle Informationen zu diesem Abend finden Sie hier auf der Website des Zentrums.

Die frühere “Eröffnungsseite” – mit allem Aktuellem und besonderen Hinweisen – erscheint jetzt unter diesem Link (oder siehe links bei den “Seiten” unten). Die “Übersicht” jener Eröffnungseite führt zu den einzelnen Abschnitten (z. B. aktuell zum Ergänzungsbeitrag zu meiner Übersetzung von Sam Harris, Buddhismus Aktuell 3/2014).

Der folgende Beitrag ist am 7. und 8. September noch deutlich erweitert worden, um verschiedene spirituelle Kernbegriffe zu klären.

 

 

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Das stärkste Zugpferd – Ansichten!

 

 

1) Einige prägnante Beispiele für dieses “stärkste Zugpferd”.

2) “Treffliche Sicht” und “Treffliche Achtsamkeit” versus “Verfehlter Sicht” in der Praxislehre des Buddhas.

3) Über die Sicht vom eigenen getrennten “Selbst” (das Bewusstsein von “Ich und mein”) und zum Thema Glück.

4) Die Sicht des Buddhas vom alles umschließenden Selbst und dem auf alles bezogenen “Nichtselbst”. Die Rolle des “(All-)Einheits”-Bewusstseins.

Was ein “Bodhisattva” ist; und das Verhältnis der beiden Realitätsebenen. Was heißt “Wahres Selbst”?

5) Die Verhältnisse im Buddhismus im Westen ändern sich aktuell:

Die Schlüsselfunktion von Sam Harris mit seinem Buch Waking Up: A Guide to Spirituality without Religion, seiner “kontemplativen Wissenschaft”, des “Befreiungspragmatismus” bzw. des vom Buddha gewiesenen spirituellen Gesetzes “Dharma” (wörtlich “Das, was” von innen her wirklich “trägt”). Über deren hauptsächliches Umsetzungsmittel für die moderne Welt, das auch Harris besonders hervorhebt – nämlich die Achtsamkeits- bzw. Einsichtspraxis “Vipassana” (klares Sehen).

1) Dies ist eine Kernüberzeugung in der Lehre des Buddhas laut dem frühbuddhistischen Palikanon.

Sie sei hier praktisch illustriert, anhand von ein paar Beispielen, die jeder kennt, aber kaum einer unter jenem “Zugpferd”-Blickwinkel betrachtet

* Jüngst sah ich eine aufschlussreiche Dokumentation über den “Islamischen Staat” in ViceNews auf YouTube darüber, wie sie in den von ihnen kontrollierten Gebieten “herrschen”; nämlich relativ freundschaftlich und zivilisiert, aber immer bloß solange ihrer Deutung von Allah und Islam sowie der “Scharia” ohne Widerspruch gefolgt wird.

Andererseits schlitzen dieselben gläubigen und frommen Islamisten etwa schwangeren jezidischen Frauen ruhigen Gewissens die Babys aus dem Leib oder vierteilen jezidische Männer.

Aufgrund ihres Glaubenssystems gibt es da keine Bedenken oder Skrupel. Denn aus dieser Sicht sind die Jeziden bloß schlimme “Ungläubige” (die Jeziden glauben etwa bloß an “Gott”, weil dieser schwach wäre, wenn er einen “Satan” neben sich dulden würde) … !

* Ähnlich haben SSler in den Nazi-KZs etwa massenhaft Juden und andere ruhigen Gewissens gefoltert und häufig bestialisch ermordert. Oder Hitler hat Russland überfallen, um sich dort für die “Arier” neuen “Lebensraum” anzueignen, mit der Folge von rund 27 Millionen russischen Opfern.

Aufgrund des nationalsozialistischen Glaubenssystems gab es da keine Bedenken oder Skrupel. Denn aus dieser Sicht waren die Juden und Slawen bloß “Untermenschen” … !

Oder, um auch ein Beispiel in Bezug auf eine hochverehrte Persönlichkeit anzuführen:

* Der Reformator Martin Luther, der bis heute breit verehrt wird (und übrigens auch etwa von Hitler und den Nazis), hat ruhigen Gewissens die extremsten Hassschriften gegen die Juden verfasst (sowie hier vollständig und als Text). Denn sie wollten sich nicht zu seinem neuen “wahren Glauben” bekehren lassen.

Aufgrund seines Glaubenssystems gab es da keine Bedenken oder Skrupel. Denn aus dieser Sicht waren es ja bloß “Unbelehrbare”, die ohnehin “verdammt” seien … !

Viele Lutheraner, die über diese Seite Luthers Bescheid wissen, stören sich nicht wirklich daran oder betrachten es als Kleinigkeit!

Auch hinter dieser Haltung steckt wiederum bloß eine bestimmte Ansicht – nämlich die gleiche, wie sie Luther maßgeblich vertreten hat: Dass es (ohne Vermittlerfiguren wie im Katholizismus) alleine auf den “rechten Glauben” ankomme.

Es gäbe zahllose weitere Beispiele in der Geschichte  – im Bereich Christentum genauso im Katholizismus, etwa bei den mittelaterlichen “Kirchenvätern” – oder im gewöhnlichen Alltag für die handlungsleitende und tatbestimmende Macht von “Ansichten”.

* Die mittelalterlichen Kreuzzügler sind mit der Losung “Gott will es!” etwa Juden mordernd durch die Lande gegen Jerusalem gezogen.

Zahlreiche spätere Christen haben ähnlich “im Namen Gottes” die schlimmsten Gewalttaten, Versklavungen und Zwangsmissionierungen verübt (siehe dazu etwa die rund 6000 Seiten bzw. zehn Bände Die Kriminalgeschichte des Christentums von Karl-Heinz Deschner).

Heutzutage sprengen sich mittlerweile seit Jahren und alle paar Tage Islamisten “im Namen Allahs” in die Luft, um möglichst viele zu ermorden.

Aufgrund ihres Glaubenssystems gab und gibt da keine Bedenken oder Skrupel. Denn aus dieser Sicht sind sie ja von Gott dazu “beauftragt” und erwartet sie dafür ihr Ego-Macho-Jungfrauen-Paradies  … !

* Warum hat sich andererseits noch kein einziger Tibeter in Tibet etwa in einem Bus voller Chinesen in die Luft gesprengt?

Weil Buddhisten die in den Quellen klar formulierte Sichtweise verinnerlicht haben, dass Töten aus Hass bzw. Vernichtungsabsichten ein äußerst nachteiliges “Karma” bedeutet. Deshalb töten sich die Tibeter aus Protest gegen die jahrzehntelange schlimme Unterdrückung ihres Volkes und ihrer Kultur durch die Chinesen auch immer selbst, ohne dabei andere zu töten. Dies gilt heute schon für über 130 von ihnen.

Gibt es einen Islamisten, der sich jemals aus Protest gegen irgendetwas alleine selbst getötet hat?

Nein. Der einzige Grund – unterschiedliche “Ansichten”!

2) Es ist also exakt wegen dieser enormen inneren “Führungsmacht” der Ansicht, der Überzeugung oder des Glaubens im Allgemeinen, warum die “Treffliche Sicht” (samma sati) dermaßen zentral im buddhistischen Denken sowie für den buddhistischen Befreiungsweg von ethischer Motivation, innerer Ruhe und befreienden Einsichten ist!

Dafür gibt es viele klare Belegstellen, unter anderem die Rede 117 Die Großen Vierzig in der Mittleren Sammlung.

“Treffliche Sicht” geht immer eng mit “Sehender” bzw. “Trefflicher Achtsamkeit” (samma sati) einher.

Denn letztere versteht die Wirkungen der von einer bestimmten Sichtweise geleiteten Handlungen wirklichkeitsgemäß – ob sie dem Heil (von anderen wie einem selbst) oder dem Unheil dient, das heißt ob sie “heilsam” (kusala) oder “unheilsam” (akusala) ist – im Unterschied zu “gut” oder “böse” (siehe dazu den vorangegangenen Beitrag).

“Treffliche Sicht” und “Treffliche Achtsamkeit” sind dadurch charakterisiert, dass sie zuerst für andere Lebewesen und dadurch rückwirkend ebenfalls für einen selbst zu Ruhe, Einsicht und Ganzheit führen; oder dadurch, dass sie zuerst für einen selbst und dadurch ebenfalls für andere zu Ruhe, Einsicht und Ganzheit führen (siehe dazu etwa dieses berühmte Sutta des Buddhas vom “Bambus-Akrobaten”).

Aufgrund dieser Zentralität der “Trefflichen Sicht” ist es so entscheidend, diese von “Verfehlter Sicht” genauer unterscheiden zu lernen – und zwar durch unabhängiges Betrachten und Denken, nonkonformistische oder kritische Prüfung bzw. “Selbstdenken und sehende Achtsamkeit”.

Ein zentrales Sutta dazu ist das berühmte Kalama-Sutta, womit der Buddha mit seinen Worten gegenüber Suchenden letztlich genau diese Instanzen betont.

Genauso entscheidend ist es, für eine “Treffliche Sicht” gegenüber einer “Verfehlten Sicht” einzutreten – etwa in Form einer sachlichen, inhaltlich orientierten Debatte, wie sie in der buddhistischen Geschichte seit dem historischen Buddha eine große Rolle gespielt hat.

3) Diese Fakten sind hier auch den “Buddhisten” gegenüber zu betonen, die etwa den “kritischen” und “debattierenden” Ansatz auf diesem Blog schwer nachvollziehen können.

Hinter dieser Haltung steckt wieder bloß eine bestimmte, unhaltbare “Ansicht” – nämlich die Reduzierung des inneren Entwicklungsweges auf die Kultivierung von kurzlebigen Glücks-, Entspannungs- oder Konzentrationszuständen bzw. die vermeintlichen entsprechenden “Rezepte”. (Eine genauere Darstellung dieser Reduzierung kommt im zweiten Teil dieses buddhismuskundlichen Vortrags von mir an der Uni München, siehe zu der genauen Stelle des Vorspann des Videos.)

Auch hinter der boomenden Glücksratgeber-Literatur steckt letztlich bloß diese ganze Ansicht bzw. Reduzierung.

Der Boom hat letztlich den Grund, dass jene rezepthaften Anweisungen im Grunde wenig funktionieren. Denn “Glück” kann immer bloß dann ein solches Thema sein, wo es sich einem fortwährend mehr oder weniger stark entzieht.

Der Grund für die Nichtgreifbarkeit des Glücks:

Es wird bei all diesen Ansätzen unbewusst immer von der westlichen Grundvorstellung eines getrennten “Selbst” bzw. “Ich” (und damit wahrhaft “mein”) ausgegangen; und sodann überlegt, wie diesem eigenen “Selbst” mehr Glück, Vergnügen, Ansehen, Einfluss, Erfolg, Wohlstand, Sex, Profit usw. verschafft werden könne.

Im tibetischen Buddhismus gibt es dazu eine Lehre, nämlich von den “Acht Weltlichen Winden”, die sozusagen das Bewusstsein in einem fortwährenden Unruhezustand halten:

Das Streben nach generellem Ansehen und die Angst vor Verlust von generellem Ansehen; das Streben nach persönlichem Lob bzw. Anerkennung und die Abwehr von Kritik bzw. Angst vor dem Entzug von Anerkennung; das Streben nach sinnlichem Vergnügen bzw. Genuss und die Angst von dem Nichtbekommen oder Verlust desselben; sowie das Streben nach Besitz, Profit oder Wohlstand und die Angst vor dem Nichtbekommen oder Verlust desselben.

Aus frühbuddhistischer Sicht liegt in jener Grundvorstellung von einem getrennten eigenen “Selbst” bzw. “Ich” (und damit wahrhaft “mein”), die im Widerspruch zur innerlich erfahrbaren höchsten oder letztendlichen Realität steht, gerade das Grundproblem.

4) Kurz zur Sicht des Buddhas:

* Die Kernaussage seiner Lehre ist das auf alles bezogene “Nichtselbst” (anatta) bzw. die “Leerheit” von einem “Selbst” aufgrund der Vergänglichkeit von Moment zu Moment und dem dadurch bedingten “Nichthinreichen” der Phänomene, was unsere tiefsten Glückserwartungen angeht.

Das ist die “letztendliche” Sicht zum Thema “Selbst” in der Praxislehre des Buddhas.

* Aber den zutiefst ethischen Geisteszuständen  der Liebe, des Mitgefühl, der Mitfreude und als steuernder Qualität des Gleichmutes liegt auch in dieser Lehre das Verstehen eines großen, allumfassenden oder alles umschließenden Selbstes – eines “nicht getrennten” Selbstes – zugrunde.

Der Begründer des mahayanistischen Ideals vom selbstlosen Befreier “Bodhisattva” hat dieses Bodhisattva-Selbst treffend so beschrieben:

“Das eigene Selbst, das zur ganzen Welt geworden ist!”

* Das genaue Verhältnis zwischen dem allumfassenden Selbst und dem allbezogenen Nichtselbst ist ein komplexes, im Buddhismus lmmer wieder diskutiertes Thema. Ich werde es hier nicht näher ausführen, weil es zu weit führen würde.

Nur so viel: Die Realisierung des “ethischen” allumfassenden Selbstes für die konventionelle Realität der Welt (Ethik) ist eine notwendige Vorstufe für die vollständig “befreiende” Realisierung des allbezogenen Nichtselbstes als dem Kernmerkmal der höchsten Realität.(Einsicht bzw. Weisheit).

Ohne jene Vorstufen-Realisierung gibt es kein echtes Glück der wachsenden inneren Befreiung!

Das Zeichen der Vorstufen-Realisierung des allumfassendes Selbstes ist die ethische Motivation. Das Zeichen der Endstufen-Realisierung des allbezogenen Nichtselbstes bzw. der universellen “Leerheit” von “Eigenwesen” (Svabhava) bzw. einem “Selbst” ist die Nichtidentifikation (als “Ich” oder “mein”) bzw. das innere Nichtanhangen.

Dies ist übrigens der ganze Zweck der frühbuddhistischen Achtsamkeitspraxis, wie der letzte Satz des immer wiederkehrenden Refrains zum Einsichtsfortschritt sowie jener Frucht des Nichtanhangens aus Einsicht im grundlegenden Satipatthana-Sutta von den vier “Vergegenwärtigungen der Achtsamkeit” verdeutlicht:

“…. und er/sie lebt unabhängig und hält sich an nichts in der Welt fest”.

* Die “Selbstlosigkeit” auf der Ebene der konventionellen Realität bedeutet das Leben “im” allumfassenden Selbst, das heißt die tief ethische Motivation des mitfühlenden Befreiers “Bodhisattva”, dessen eigenes Selbst “zur ganzen Welt” – in Liebe, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut – geworden ist! Die “Selbstlosigkeit” auf der Ebene der höchsten Realität bedeutet das umfassende Nichtanhangen aus Nichtidentifikation – die Befreiung durch das volle Sehen des Nichtselbstes bzw. der Leerheit!

Das fortwährende unsichtbare Changieren zwischen diesen beiden Ebenen, die sich wechselseitig ergänzen und bestärken, ist die hohe Kunst des Bodhisattvas!

Das Nichtselbst als das Kernmerkmal der höchsten Realität – wenn “übertragen” auf die konventionelle Realität – bedeutet das allumfassende Selbst. Dieses wiederum als Kernmerkmal eines spirituell gelungenen Lebens – wenn”übertragen” auf die höchste Realität – bedeutet das Nichtselbst oder die Leerheit.

Ein Bewusstsein von “Einheit” ist das Merkmal der Realisierung des allumfassendes Selbstes. Im Palikanon ist bloß in diesem Zusammenhang von “Einheit” die Rede (bei den hohen “Vertiefungen” oder bei den Begründungen der höchsten Herzqualitäten der Liebe, des Mitgefühls, der Mitfreude und des Gleichmutes). Ein Bewusstsein von “Leerheit” ist das Merkmal der Realisierung der Befreiung, des Nibbana bzw. des “Unbedingten”, wie das Nibbana auch genannt wird, oder der vorangehenden drei “endgültigen Befreiungsstufen”.

Im Palikanon ist im letzteren Zusammenhang niemals von “Einheit” und dem entsprechenden Bewusstsein die Rede. Denn vom Standpunkt der höchsten Realität des universellen Nichtselbstes ist eine “Alleinheit” ein weiteres höheres “Selbst”, das selbst gleichermaßen “leer” von realer Existenz ist.

Die höchste Realität dient dem Bodhisattva als eine unendliche Kraftquelle. Die konventionelle Realität dient ihm oder ihr als eine unendliche innere “Pflicht” aus Mitgefühl.

Dieses echte Glück des Bodhisattvas entsteht im gleichen Maße, wie jenes Grundproblem verstanden und überwunden wird – auf der konventionellen Ebene die Sicht von einem “eigenen” getrennten “Selbst” bzw. “Ego” sowie das einhergehende “Ich und mein”-Streben, das heißt wie diesem “Selbst” mehr Glück, Vergnügen, Erfolg, Wohlstand, Ansehen, Lob, Sex, Profit usw. verschafft werden könne; und auf der höchsten Ebene die Sicht von irgendeinem “Selbst”, einschließlich eines “nicht getrennten”, allumfassenden Selbstes!

* Was fasziniert seit Jahrhunderten so sehr an jeder wirklich gelungenen künstlerischen Darstellung des Buddha-Antlitzes – in dem sowohl und gleichermaßen eine unendliche Güte als auch eine unendliche Einsicht bzw. Nichtidentifikation liegt?

Es ist genau diese “doppelte” Einsicht, jenes innere Zuhause-Sein in beiden Realitätsebenen!

* Eine Lehre, mit der lediglich ein “großes” oder “wahres Selbst” vertreten wird, kann die höchste Realität des Unbedingten nicht verwirklichen!

Denn in Wirklichkeit geht es beim “wahren Selbst” immer bloß um eine besondere, “umfassende” Form des Egos bzw. des Bewusstseins von “Ich” und “mein”.

Das einzige “wahre Selbst” ist das auf alles bezogene “Nichtselbst”!

Ausschließlich in dieser Tatsache liegt der Grund, warum der Buddha ein großer Kritiker der vedantischen Lehre vom “wahren Selbst” bzw. “Atman”, das identisch mit der “Weltseele” bzw. “Brahman” sei, sowie aller anderer Lehren von einem “höchsten Selbst” gewesen ist. Charakteristisch für diese Kritik sind etwa die Reden vom Löwengebrüll oder die zentrale Eröffnungsrede der Langen Sammlung.

Der Unterschied zwischen einem Lehrer des “wahren Selbstes” (heute z. B. von Ken Wilber, den Satsang-Lehrenden, wie etwa Eli Jaxon-Bear, Veit Lindau, diversen Esoterikgrößen, wie etwa Deepak Chopra, Eckhart Tolle, einigen – nicht allen – Yoga-Gurus, wie etwa Shivananada, ganz im Vedanta verankerten indischen Gurus, wie etwa Sri Sri Ravi Shankar usw.) und einem Lehrer des “alles ist das Nichtselbst” – eine zentrale palikanonische Aussage – bzw. der universellen Leerheit (der berühmteste ist gewiss der Dalai Lama oder im Theravada etwa Ajahn Buddhadasa sowie generell die vielen Vipassana-Lehrenden der Tradition von Mahasi Sayadaw, etwa Yuttadhammo Bhikkhu, U Tejaniya oder Bhante Sujiva) ist die Identifikation als “Ich” oder “mein” versus der Nichtdentifikation, die Fixierung versus der Nichtfixierung, das geistige Anhangen versus dem Nichtanhangen!

Es gibt selbst im frühbuddhistischen Bereich Lehrende, die zwar nicht ausdrücklich von einem “wahren Selbst” sprechen, aber doch so stark jenes allumfassende Selbst betonen, von dem im frühen Buddhismus im Bereich der ethischen Qualitäten wie der Liebe sowie im Bereich der hohen konzentrativen “Vertiefungen” Jhanas mit deren Einheitserfahrungen die Rede ist, dass jenes allbezogene Nichtselbst bzw. die universelle Leerheit  als das Kernmerkmal der höchsten Realität des “Unbedingten” (Nirvana) – als die Kernlehre des Buddhas – weit in den Hintergrund tritt oder relativiert wird.  Dies gilt vor allem für die Lehrenden der “Jhana”-Tradition von Ayya Khema, etwa Dr. Winfried Reuter, oder für die Theravada-Mönche Ajahn Brahm und Bhikkkhu Sujato aus der Tradition von Ajahn Chah, der auch stark die hohen Ruhezustände betont hat.

* In Burma etwa, wo nachgewiesenermaßen millionenfach ernsthaft meditiert wird, oder in Tibet werden jene oben skizzierten Zusammenhänge von Leid und Glück “intuitiv” gut verstanden. Dort wird an dieses ganze Thema viel mehr im Sinne des zweckgemäßen “Dharma” (das, was trägt”) des Buddhas herangegangen.

Echte spirituelle Entwicklung kann immer bloß “ganzheitlich” stattfinden. In diesem Sinne muss sie die folgenden drei Bereiche umfassen -

 

A) Sie wird der eigenen Situation als “Mensch” gerecht, das heißt dem höchsten Potenzial oder inneren “freien” Wesen als Mensch.

B) Sie wird der eigenen Situation als “Mitmensch” gerecht.

C) Sie wird der eigenen Situation als “Erdenbewohner” gerecht, als Mensch auf dieser Welt.

 

In diesem Sinne resümiert der buddhistische Meister Ajahn Buddhadasa aus Thailand den inneren Entwicklungsweg so (in meiner deutschen Übersetzung):

 

“Die Pflicht der Menschen -

Die erste Pflicht als Mensch besteht darin,
das Höchste, was uns als Menschen möglich ist, zu verwirklichen,
bevor wir Leichname werden -
So vergeuden wir nicht die Chance
dieser menschlichen Geburt.

Die zweite Pflicht als menschliche Weggefährten besteht darin,
dass wir uns gegenseitig in bestmöglicher Weise helfen,
dass wir aufhören, uns zu verletzen und über Nichtigkeiten zu streiten -
dass wir wahre Freundschaft inmitten von
Geburt, Altern und Tod suchen.

Die dritte Pflicht als Bewohner dieser Welt besteht darin,
dass wir helfen, die Betrübnisse und Schmerzen der Welt zu überwinden,
und damit diese Welt zu einem attraktiven Lebensort machen -
wirklich zu einer wunderbaren, schönen
und menschenwürdigen Welt.”

 

Der dritte Dharma-Aspekt des mitfühlenden Engagements gegen die Leiden und Probleme auf dieser Welt bzw. deren Wurzel Nichtsehen muss freilich nicht eine intellektuelle oder politische Form annehmen. Der “Intellektuelle” ist hier dem “Herzmenschen” nicht überlegen, der in seinem persönlichen Rahmen anderen aus Mitgefühl hilft, ehrenamtlich tätig ist oder in oder mit seinem Beruf positiv wirkt.

 

5) Die Verhätnisse im Dharma im Westen ändern sich gegenwärtig sichtlich:

Bisher ist ein synkretistischer, theosophischer bzw. das Nicht-Zusammengehörende systematisch zusammen denkender Grundansatz vorrangig gewesen, besonders in Deutschland mit seinem starkem Anpassungsdruck des althergebrachten Staat-Kirchen-Komplexes auf die “Buddhisten” bzw. deren Organisationen und Verbände (und wegen des oftmaligen biografischen christlichen Glaubenshintergrundes vieler deutscher “Buddhisten”).

Mit diesem Ansatz wir vor allem eine essenzielle Gleichheit und Gleichwertigkeit der Religionen behauptet und fortwährend zum Beispiel für einen “interreligiösen Dialog” eingetreten, dem es mit verschiedenen zielgerichteten Konstruktionen unter einem wissenschaftlichen Deckmantel im Grunde immer bloß um “Belege” für diese Behauptung geht, relativ gleichgültig, wie die Fakten tatsächlich sind.

Sachliche Debatte mit der Entscheidung für und gegen ist diesem ganzen Ansatz fremd.

Außerdem wird behauptet, dass dieser Ansatz im Sinne der Lehre des Buddhas wäre, ungeachtet der tatsächlichen Beschaffenheit dieser Lehre laut den Redensammlungen des Palikanons.

Zu den Denkformen dieses Herangehens, der wahren Struktur der Lehre des Buddhas mit ihren verschiedenen Facetten der klaren Unterscheidung und sachlichen Kritik bestimmter “Asichten” und einem wirklich objektiven Vergleich dieser Lehre mit den Monotheismen siehe den eigenen Ergänzungsbeitrag zum Beitrag in Buddhismus Aktuell 3/2014 Den Buddha Töten von Sam Harris, den ich aus dem amerikanischen Original übersetzt habe.

Zu der Änderung jener Verhältnisse trägt der führende “Reiter des Neuen Attheismus” (Horseman of New Atheism) und Vipassana-Praktizierende Sam Harris in starkem Maße bei. Mit seinem kommenden Buch Waking Up: A Guide to Spirituality Without Religion dürfte er eine Wendung in jenem Herangehen einleiten.

Einer der religionskritischsten Köpfe der Welt widmet sich damit erstmals mit einem Werk ganz dem Thema einer von der Achtsamkeitspraxis Vipassana inspirierten, rationalen und individuellen Spiritualität für unsere moderne, wissenschaftlich geprägte Welt – ohne Religion, ohne Dogma, ohne Institution oder Organisation und vor allem ohne irgendeine  Voraussetzung in einem bloßen Glauben, für den nichts wirklich spricht.

Das erste Kapitel des Buches kann hier vor Erscheinen im September gelesen oder angehört werden.

Eine aktuelle Besprechung in der New York Times erscheint hier. Demnach ist das Buch offenbar unter die “Top Twenty” auf Amazon gelandet.

Aufschlussreiches Interview (generelle Eindordnung) zu dem Buch auf “Point of Inquiry”.

Eingehendes persönliches Gespräch mit Joe Rogan unter über Spiritualität und innere Praxis (3 Stunden). Hier wird sehr klar (in dieser Abfolge), dass Sam Harris´Hintergrund die Vipassana-Methode von Mahasi Sayadaw ist, etwa an seinen sehr praxisbezogenen Aussagen zu gedanklichen Prozessen, Identifikation damit und Ego. Auch zentral die Unterscheidung von “spiritueller” Achtsamkeit (Vipassana) und der dem (getrennten) “Selbst” untergeordneten Achtsamkeit, wie sie generell in den westlichen Anwendungen gelehrt wird; oder zum dem, was der heilsame Kern von jeder Religion, aber zugleich der Unterterschied zu “Religion” im Sinne jedes Glaubenssystems darstellt. Unterthemen: Die “Psychologie” der Kampfkünste (beide üben sie), der Redekunst und des Augenkontaktes.

Ich bin mit einigen Aussagen des ersten Kapitels nicht einverstanden (was auszuführen hier jedoch zu weit weg führen würde – eine Replik auf ihn wird gegebenenfalls später kommen, nachdem ich das ganze Buch gelesen habe).

Aber es wird hier endlich einmal mit mutigem, integerem Nonkonformismus, tiefer, klar sehender Rationalität sowie unter besonderer Betonung der frühbuddhistischen Achtsamkeitspraxis Vipassana das Thema einer zeitgemäßen Spiritualität behandelt.

Kaum ein bekannter westlicher “Buddhist” würde unbestreitbar wahre Sätze wie den folgenden aus jenem ersten Kapitel teilen oder, wenn der eine oder andere ihn wirklich teilen würde, zumindest nicht aussprechen:

“Als Handbücher für ein kontemplatives Verstehen sind die Bibel und der Koran schlimmer als nutzlos.

Welche Weisheit auch immer in ihren Seiten gefunden werden kann, sie ist dort niemals in der besten möglichen Form zu finden. Und diese (bruchstückhafte) Weisheit wird dort wieder und wieder von altertümlicher Grausamkeit und Aberglauben unterminiert.”

( As manuals for contemplative understanding, the Bible and the Koran are worse than useless. Whatever wisdom can be found in their pages is never best found there, and it is subverted, time and again, by ancient savagery and superstition.)

Das ist wahrlich keine Kleinigkeit – wenn die Mehrheit der Menschen (die “gläubigen” Muslime und Christen) solche Bücher für die wichtigsten auf der Welt halten und diese zur primären Richtschnur ihres Denkens und Handelns machen! Dann haben wir einen massives Problem, wie es die Weltlage zunehmend “demonstriert”.

Und Praktizierende im Sinne der Lehre des Buddhas sollten sich dazu positionieren, wie es Sam Harris besonders machtvoll tut (siehe dazu meinen Ergänzungsbeitrag zu seinem Den Buddha Töten).

Sein neues Buch wird die “sehende Achtsamkeit” im Sinne der Praxislehre des Buddhas und die Vipassana-Bewegung in einem Maße dem Mainstream im Westen zugänglich machen, wie es bisher kein “Buddhist”, “buddhistischer” Meister oder Vipassana-Lehrer vermocht hat.

Denn es braucht keinen synkretistischen “westlichen Buddhismus” (mit verschiedenen Richtungen), “postmodernen Buddhismus” (Joachim Wetzky) oder “Buddhismus 2.0″ (Stephen Batchelor). Es braucht lediglich das innere Gesetz des “Dharma” (Buddha), die “kontemplative Wissenschaft” (Sam Harris) bzw. den “Befreiungspragmatismus” (Indologe Erich Frauwallner) – in unsere heutige, wissenschaftlich geprägte Zeit übertragen.

Die verschiedenen Formen der Achtsamkeits- bzw. Einsichtspraxis Vipassana, die alle in die frühbuddhistische Praxislehre eingebettet sind, sind heute die primären praktischen Mittel zur Umsetzung dieses “Dharmas”, dieser “kontemplativen Wissenschaft” bzw. dieses “Befreiungspragmatismus” .

“Der Dharma ist zeitlos, für jeden unmittelbar einsichtig und individuell zu realisieren”, wie eine zentrale Aussage im Palikanon lautet.

Oder:

“Die Stunde von Vipassana hat geschlagen” (the clock of Vipassana has struck), wie der Burmese U Ba Khin zu sagen pflegte -

einer von vielen prägenden Vipassana-Meistern!

 

Bei Kommentaren beachten Sie bitte:

 

* Klicken Sie auf den Schriftzug  “comments” nach diesem Beitrag.

* Sie können das Feld für die Kommentareingabe nach Belieben größer ziehen – über das unscheinbare gepunktete Dreieck rechts unten im Kommentarfeld.

* Das Viereck rechts über dem Feld gestattet zwar eine den ganzen Bildschirm ausfüllende Vergrößerung und damit ein bequemes Schreiben. Aber speichern Sie bitte unbedingt Ihren Text vor dem Verlassen dieses Modus und kopieren Sie Ihren Text. Denn beim Anklicken von  “Speichern und Zurück” wird der Text nicht gespeichert. Das funktioniert nicht.

Wenn Sie jedoch das Feld wie oben erklärt lediglich größer ziehen, um zu schreiben, bleibt der Text erhalten.

 

Besonders wichtig:

 

Bevor ein Kommentar angenommen wird, müssen Sie mit dem Mauszeiger ein kleines und bewegtes Auswahlpiel lösen; zum Beispiel von vier verschiedenen bewegten Elementen zwei “Zutaten” aussuchen, die auf eine “Pizza” zu ziehen bzw. zu legen sind.

Falls Sie das angebotene Spiel nicht verstehen, können Sie über den gewundenen Pfeil darunter ein anderes oder wieder ein anderes Spiel laden. Nehmen Sie eines, das Sie wirklich verstehen, um Ihren Kommentar nicht zu gefährden.

Seitdem ich dieses Plugin verwende, bekomme ich keine Spamkommentare mehr! Denn die Spam-Robots sind von einem solchen bewegten Spiel überfordert (kleine Matheaufgaben dagegen sind für sie kein Hindernis). Vorher waren es teilweise Dutzende von Spams an einem Tag. Sie landeten zwar im Blog-Spamordner, nahmen aber zu viel Speicherplatz weg und waren bloß mühsam zu löschen.

 

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Hinweis:

 

Die frühere “Eröffnungsseite” – mit allem Aktuellem und besonderen Hinweisen – erscheint jetzt unter diesem Link (oder siehe links bei den “Seiten” unten). Die “Übersicht” jener Eröffnungseite führt zu den einzelnen Abschnitten (z. B. aktuell zum Ergänzungsbeitrag zu meiner Übersetzung von Sam Harris, Buddhismus Aktuell 3/2014).

 

 

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Zu Konstantin Wecker und dem Paar “gut” oder “böse”:

Was steckt hinter den zunehmenden Konflikten?

 

Es geht (in der anschließenden Diskussion) auch um die Frage,

wie sich die Lehre des Buddhas zur Gewalt stellt.

 

 

Auf der Facebookseite von Konstantin Wecker habe ich einen Beitrag von ihm zu einer Kolumne des Spiegel-Autors Jan Fleischhauer näher kommentiert.

 

1) Zuerst jener Beitrag von Konstantin Wecker (vom 15. August 2014).

Er ist öffentlich, das heißt für jeden sichtbar, der auf Facebook eingeloggt ist:

 

Liebe Freunde,

Jan Fleischhauer, der SPIEGEL-Kolumnist, beschimpft Margot Käßmann, ihr als Theologin gehe das Verständnis für das „Böse“ ab. Cem Özdemir sagt in der ARD, die kurdischen Peschmerga-Kämpfer hätten bereits Tausenden von Jesiden das Leben gerettet:

“Das haben sie nicht mit der Yogamatte unterm Arm gemacht, sondern mit Waffen.”

Fleischhauer trägt seinen Namen zu Recht, das weiß man. Er haut rein, wo er kann und er weiß natürlich, was böse ist und was gut, und fordert gern zum Kämpfen auf, solange er bequem von seinem Schreibtisch aus Gift versprühen kann. Sollen doch andere für ihn sterben, er selbst muss ja nicht zum Mörder werden wie die Soldaten, die er für den Erhalt seines bequemen Kriegsreporterpostens abschlachten lässt. Herr Fleischhauer, schauen Sie doch mal kurz über den Rand ihres stets prall gefüllten Tellers: Nur wenige Flugstunden entfernt ist das, was ihnen so gut erscheint, absolut böse. Haben Sie jemals in einem Geschichtsbuch geblättert?

Ich habe schon vor fast vierzig Jahren in meinem Lied „Hexeneinmaleins“ geschrieben:

„Immer noch werden Hexen verbrannt
auf den Scheiten der Ideologien.
Irgendwer ist immer der Böse im Land
und dann kann man als Guter
und die Augen voll Sand
in die heiligen Kriege ziehen.“

Frau Käßmann sagt völlig zu Recht – wie auch Eugen Drewermann es ähnlich ausdrückt:

“Es ist interessant, dass Sie immer vom Ende her denken, wenn es keine gewaltfreie Lösung mehr zu geben scheint. Heute existieren viele Friedensforschungsinstitute, die Strategien entwickelt haben, um Konflikte zu vermeiden oder zu schlichten. Aber am Willen hapert es.“

Man muss eben einmal beginnen, den Frieden zu schaffen, auch wenn es bisher versäumt wurde. Deutschland gibt pro Jahr über 30 Milliarden Euro für Militär aus, aber nur 29 Millionen für den Friedensdienst. Das sagt meines Erachtens alles aus. Eine friedliche Welt ist dem freien Markt und seinen Kriegsgewinnlern immer schon ein Dorn im Auge gewesen.

Und der Spott des Herrn Özdemir – auch ein sicherer Kandidat für ein sicheres Leben in Kriegszeiten – dieser Spott ist angesichts der Tatsache, dass es zur Zeit mehr bewaffnete Konflikte gibt als je zuvor, geradezu unerträglich und – eitel. Aber er ist eben auch nur ein Erfüllungsgehilfe einer neuen „Kultur des Krieges“, wie es Jakob Augstein in seinem hervorragenden neuen Kommentar so richtig benennt.

Aus allen Ecken wird nun wieder auf den Pazifismus eingeprügelt, damit lässt sich eben kein Geld verdienen und irgendwie muss es den Herrschenden doch gelingen, diesem störrischen Volk, das immer noch mehrheitlich bewaffnete Einsätze ablehnt, kriegerisches und männliches Denken einzupauken.

Anstatt sich ehrlich Gedanken zu machen, wie man Frieden vorbereitet, denkt man in best dotierten Think Tanks exklusiv darüber nach, wie man neue Märkte erschließen kann. Mit Waffen, mit Gewalt, mit dem immer gleichen Recht, auf der Seite des „Guten“ zu sein. Und jeder weiß, was Gott will und dieser arme Gott muss wieder die Waffen segnen und er segnet und segnet, die Waffen der Guten und der Bösen, bis in alle Ewigkeit, Amen.

Und der Gott der Liebe und des Verzeihens? Der Gott der Güte und des Erbarmens? Vergessen, verjagt, ausgeklammert aus den Hirnen eitler Besserwisser und Geschäftemacher, Kriegstreiber und Angeber, Fanatiker und Dummköpfe.

Kurt Tucholsky schreibt 1931 in „Der bewachte Kriegsschauplatz”:

„Da gab es vier Jahre lang ganze Quadratkilometer Landes, auf denen war der Mord obligatorisch, während er eine halbe Stunde entfernt ebenso streng verboten war.

Sagte ich Mord? Natürlich: Mord. Soldaten sind Mörder.“

Ich jedenfalls halte mich weiter an Tucholsky und nicht an die Özdemirs, Fleischhauers und Gaucks und all die anderen, die ihre Hände in Unschuld waschen werden, wenn „unsere Jungs“ zum Morden geschickt werden und „unsere Waffen“ den Frieden herbei schießen.

Im Bundestag gab es eine Debatte um den Antrag der LINKEN mit der Forderung, eine Gedenktafel für Karl Liebknechts Verweigerung der Kriegskredite im Jahr 1914 anzubringen. Er blieb als einziger sitzen, als es zur Abstimmung kam und hatte in seiner persönlichen Erklärung auf die Schuld des deutschen Kapitals und der deutschen und österreichischen Kriegspartei hingewiesen.

„Dieser Krieg, den keines der beteiligten Völker selbst gewollt hat, ist nicht für die Wohlfahrt des deutschen oder eines anderen Volkes entbrannt. Es handelt sich um einen imperialistischen Krieg, einen Krieg um die kapitalistische Beherrschung des Weltmarkts, um die kapitalistische Beherrschung wichtiger Siedlungsgebiete für das Industrie- und Bankkapital …“

Liebe Freunde, kommt euch das bekannt vor? Haben wir nichts, aber auch überhaupt nichts dazugelernt?

CDU, SPD und die Grünen lehnten eine Gedenktafel für Liebknecht ab. Wundert uns das?

Die Abgeordnete der LINKEN Sevim Dagdelen schreibt:

„“Wir leben in einer Vorkriegszeit. Das spüren immer mehr Menschen in diesem Land.Unsere Aufgabe ist es, die Lügen, die die neuen Kriege mitvorbereiten, zu entlarven. Damit die Mehrheit der Bevölkerung, die Krieg als Mittel der Politik ablehnt, die keine Auslandseinsätze und Rüstungsexporte will, endlich zu ihrem Recht kommt.“

Daran möchte ich Teil haben. Und nicht am Kriegsgeheul obrigkeitstreuer Lobbyisten und Politiker. Ungehorsam ist nun gefragt. Wir sollten Schulen des Ungehorsams gründen. In meinem Herzen hat Karl Liebknecht seine Gedenktafel schon lange. Und in vielen anderen auch. Dessen bin ich mir sicher.

 

2) Mein Kommentar:

 

“Eines wird selten verstanden (auch von Konstantin Wecker nicht, den ich ansonsten sehr schätze):

A) Das Grundproblem ist das Denken in den fixen Kategorien von “gut” und “böse” bzw. “Gott” und “Satan” – das heißt die Idee, dass unheilsames oder heilsames Tun eine Art von metaphysischen Ursprung habe; und deshalb intrinsisch bzw. seinem ganzen Wesen nach negativ oder positiv wäre – eben “gut” oder “böse”!

Aber in Wahrheit gibt es immer bloß ein “Abhängiges Entstehen” (mit der Lehre des Buddhas gesprochen) bzw. Bedingungen, Ursachen und Folgen; und diese Zusammenhänge können extrem komplex werden – schon alleine in geschichtlicher Hinsicht; und dann auch noch in individueller Hinsicht.

Das “Abhängige Entstehen” gilt wahrnehmungspsychologisch auch für die Begriffe “gut/Gott” und “böse/Satan” selbst. Denn “das Gute”, “gut” oder “Gott” sind überhaupt nicht zu begreifen, ohne unbewusst “das Böse”, “böse” oder “Satan” mitzudenken. Diese Vorstellungen stehen und fallen als relative Begriffe miteinander.

Sie sind gleichsam (um sie hier zu Anschauungszwecken zu personalisieren) echte “Buddies”, Busenfreunde oder siamesische Zwillinge, die sich hinter ihrem “ewigen Konflikt” gegenseitig auf die Schultern klopfen!

B) Das Denken in jenen fixen Kategorien hat auch die psychologische Funktion, sich selbst “gut” zu fühlen – in Abgrenzung zum “Bösen”. Diese Funktion befeuert wiederum die Gegenwehr der vermeintlich “Bösen”, weil sie es genauso betrachten. Denn jeder Mensch rechtfertigt sein Verhalten vor sich selbst in irgendeiner “positiven” Form (gleichgültig, wie abstrus die jeweilige Selbstrechtfertigung den anderen erscheinen mag). Jenes Denken dient auch der Ablenkung von den (mehr oder weniger großen) eigenen Anteilen am Entstehen des Gebrandmarkten.

Das Denken in jenen fixen Kategorien macht psychologisch blind – für das reale “Abhängige Entstehen”. Genau das macht es so ausgesprochen “unheilsam”, zigtausendfach in der Geschichte bis heute.

Eine paar Beispiele dafür, wie leicht es “verfängt”:

Unzählige Filme mit ihren Schwarz-Weiß-Gegenüberstellungen “leben” geradezu von jenem fixen Denken in den Begriffen von “gut/Gott” versus “böse/Satan”, indem sie Identifikationsmögichkeiten mit dem “Guten” bieten. Darum rankt sich heute eine riesige Industrie.

In den ersten Weltkrieg sind alle Kriegsparteien höchst euphorisch – wissenschaftlich vielfach dokumentiert – explizit auf der Seite (ein- und desselben christlichen) Gottes (gegeneinander) gezogen.

C) “Gott” wird immer bloß konstruiert, beliebig geformt und mit Bedeutung angefüllt vom Willen bzw. Charakter des jeweiligen Bewusstseins von “Ich und mein”, sei der Wille nun heilsam oder unheilsam; und erscheint sodann als eine vom “Ich” unabhängige “höchste Macht”, die als solche geglaubte Macht das “Ich” rückversichert. Genau das steckt hinter dem Gottesglauben und dem Einfluss, den er unbewusst auf so viele Menschen ausübt. Wie es schon im Alten Testament zum “Namen Gottes” heißt: “Ich bin der ich bin” (das heißt das Bewusstsein von “Ich bin”; 2. Moses 3, 14-15).

An dem Problem jenes ganzen Denkens sind viele beteiligt, ob – um hier bloß wenige Beispiele zu nennen – in denkbar extremer Form die Islamisten in Irak, Syrien, Iran, Pakistan, Afghanistan, Palästina (Hamas) und Israel, Nigeria, Somalia, Uganda, Sudan, der Zentralafrikanischen Republik, Lybien und weiteren, die USA (besonders auffällig in Gestalt des früheren fundamental “gläubigen” Präsidenten G. W. Bush), oder in Deutschland – ausgehend vom Text von Konstantin Wecker – zum Beispiel ein Spiegel-Autor Jan Fleischhauer, ein Bundespräsident sowie christlicher Pfarrer Joachim Gauck und genauso diverse Linke, darunter selbst ein Konstantin Wecker (“Und der Gott der Liebe und des Verzeihens? Der Gott der Güte und des Erbarmens? Vergessen, verjagt, ausgeklammert …” – auch wenn natürlich diese Gottesvorstellung “heilsamer” als andere ist).

Ein riesiges Problem – dessen letzte Wurzel im Monotheismus liegt, das heißt in Wahnvorstellungen, die absolut gesellschaftsfähig sind!

D) Wenn es die heutigen Massenmedien vor einigen Jahrhunderten im Abendland gegeben hätte, dann wären die christlichen Kirchen mit ihren Kreuzzügen, Hexenverbrennungen und Inquisitionen, ihren Antisemitismen, Zwangsmissionierungen und Ermordungen von Andersdenkenden oder Freigeistern, mit ihren unvergleichlich gewaltsamen Religionskriegen (etwa mit den Hugenottenkriegen und dem Dreißigjährigen Krieg) genauso wie die heutigen Islamisten in der arabischen Welt erschienen!

Die Kirchen sind bloß in den letzten Jahrhunderten durch Aufklärung, Wissenschaft, Demokratie, Sozialbewegungen usw. gezähmt worden (wobei die alte Irrationalität bloß leidlich zu verbergen ist).

Das “Abhängige Entstehen” hinter dem Islamismus umfasst unter anderem die Weltreligion Islam, die sich ausdrücklich als eine Legitimationsgrundlage für Gewalt heranziehen lässt (und Glauben ist die stärkste handlungsleitende Kraft); unterschiedliche Glaubensvorstellungen der Schiiten und Sunniten; Neid durch das Hintertreffen der “arabischen” Kultur im Vergleich zum Westen und dem buddhistischen Asien; Perspektivlosigkeit arabischer Männer, die von Islamisten eingenommen und von Staaten wie Saudi-Arabien oder Katar dafür gut bezahlt werden; willkürliche, bloß den eigenen Interessen dienende Grenzziehungen quer durch ethnische oder Stammes-Einheiten durch die früheren Kolonialmächte in der arabischen Welt, die heute etwa von der Terrorgruppe “islamischer Staat” negiert werden, sowie die damalige Ausbeutung der arabischen Halbinsel (abgesegnet von den christlichen Kirchen, “im Namen Gottes”), das macht-, profit und ölorientierte Verhalten des Westens in Form einer lange betriebenen Politik seit jenem Kolonialismus, oder auch (und keineswegs zuletzt) das weitgehende Fehlen von “Wissensklarheit”, das heißt der nach innen gewandten Achtsamkeit für die Qualität der eigenen Motive und deren direkte oder indirekte Auswirkungen auf andere und einen selbst, aufgrund des religionsbedingten Fehlens entsprechender Lehren und innerer Methoden, usw. usf.

E) Auch wenn man etwas gegen die Islamisten tun muss, einschließlich Gewalt, um sie von ihren Schlächtereien abzuhalten, das letztendlich einzige wirksame Gegenmittel heißt – ein ganz anderes Denken; und eine “innere (Achtsamkeits-)Praxis”, die an der Wurzel ansetzt!”

Speziell Deutschland steht hier in der Pflicht, etwas gegen die Islamisten zu tun, indem sie die Kurden bewaffnen.

Denn Deutschland gehört zu den Hauptexporteueren von Rüstungsgütern an Saudi-Arabien und Katar, die den “Islamischen Staat” sowie andere, ganz ähnliche Terrorgruppen wie “Boko Haram” vor allem finanzieren (siehe dazu dieses Interview mit Tilman Zülch von der “Gesellschaft für bedrohte Völker”).

 

Ein Tipp zu diesem ganzen Thema:

 

Der Beitrag Den Buddha Töten des weltweit führenden Atheisten und Vipassana-Praktizierenden Sam Harris, den ich für Buddhismus Aktuell 3/2014 übersetzt habe (hier im Heftoriginal).

Nach dieser Leküre empfehle ich meinen buddhismuskundlichen Ergänzungsbeitrag zu Sam Harris, der nach Den Buddha Töten angekündigt ist (unter diesem Link).

Hinweis: Dieser Ergänzungsbeitrag ist am 6. und 27. August 2014 erweitert worden – siehe die Fußnoten 2 und 27; im Haupttext siehe die Seite 5 oben; sowie die Seiten 9 bis 11.

 

Bei Kommentaren beachten Sie bitte:

 

* Klicken Sie auf den Schriftzug  “comments” nach diesem Beitrag.

* Sie können das Feld für die Kommentareingabe nach Belieben größer ziehen – über das unscheinbare gepunktete Dreieck rechts unten im Kommentarfeld.

* Das Viereck rechts über dem Feld gestattet zwar eine den ganzen Bildschirm ausfüllende Vergrößerung und damit ein bequemes Schreiben. Aber speichern Sie bitte unbedingt Ihren Text vor dem Verlassen dieses Modus und kopieren Sie Ihren Text. Denn beim Anklicken von  “Speichern und Zurück” wird der Text nicht gespeichert. Das funktioniert nicht.

Wenn Sie jedoch das Feld wie oben erklärt lediglich größer ziehen, um zu schreiben, bleibt der Text erhalten.

 

Besonders wichtig:

 

Bevor ein Kommentar angenommen wird, müssen Sie mit dem Mauszeiger ein kleines und bewegtes Auswahlpiel lösen; zum Beispiel von vier verschiedenen bewegten Elementen zwei “Zutaten” aussuchen, die auf eine “Pizza” zu ziehen bzw. zu legen sind.

Falls Sie das angebotene Spiel nicht verstehen, können Sie über den gewundenen Pfeil darunter ein anderes oder wieder ein anderes Spiel laden. Nehmen Sie eines, das Sie wirklich verstehen, um Ihren Kommentar nicht zu gefährden.

Seitdem ich dieses Plugin verwende, bekomme ich keine Spamkommentare mehr! Denn die Spam-Robots sind von einem solchen bewegten Spiel überfordert (kleine Matheaufgaben dagegen sind für sie kein Hindernis). Vorher waren es teilweise Dutzende von Spams an einem Tag. Sie landeten zwar im Blog-Spamordner, nahmen aber zu viel Speicherplatz weg und waren bloß mühsam zu löschen.

 

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An der Universität Hamburg vom 18. – 21. 8. 2011

Hinweise (vom 6. Mai 2012):

Beachten Sie den Hinweis etwas weiter unten auf den im Herbst erscheinenden Sammelband zu dieser Konferenz.

Durch die kürzliche Umstellung auf das neue Framework hinter diesem Blog gab es ein paar Probleme mit nicht funktionierenden Links in diesem Beitrag. Diese Probleme sind behoben.

Zum Thema des Vergleichs von “Achtsamkeit” im buddhistischen Ursprung und bei den westlichen Übernahmen bzw. Adaptionen vergleichen Sie den neuen Beitrag unter den “Rahmentexten” (auch mit einem Magazinbeitrag, der dort im bebilderten Original zur freien Verfügung steht).

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Wie und warum der Freiherr so frei ist,
die Menschen hochsystematisch
zum Narren zu halten

Das Geheimnis seiner Popularität

Aus aktuellem Anlass werden vor dem angekündigten Beitrag im Folgenden bestimmte Aspekte der Causa “Guttenberg” beleuchtet, die mir in der Medienberichterstattung und der öffentlichen Diskussion entweder zu wenig oder nicht beleuchtet scheinen. Das Thema Guttenberg ist nicht beendet. Schon jetzt kurz nach seinem Rücktritt sprechen sich viele seiner Parteigenossen für eine baldige Rückkehr aus. Aufgegeben hat Guttenberg bloß vorerst. Um seine Rückkehr in die große Politik zu verhindern, muss das Phänomen Guttenberg tiefer verstanden werden.

Im Folgenden wird eine durch und durch systematische Lügenstrategie Guttenbergs aufgedeckt, die nicht bloß für seine inzwischen als ein umfassendes Plagiat entlarvte Dissertation gilt, sondern etwa von Beginn bis zum Ende seines Umgehens mit den Vorwürfen gegen ihn nachzuweisen ist.

Für den Freiherrn hat die objektive Wahrheit nie wirklich eine Rolle gespielt, sondern, ob eine Aussage als Wahrheit verkauft werden kann, das heißt bei der jeweiligen Zielgruppe und in der Öffentlichkeit gut ankommt. Es werden auch Bezüge zu seinen politischen Entscheidungen hergestellt; und untersucht, warum Guttenberg bei weiten Teilen der Bevölkerung nach wie vor sehr populär scheint.

“In Wahrheit ist der Mensch ein Blender.
Aber er blendet so sehr, dass man denkt,
er sei eine Lichtgestalt.”

Peter Weissbach
Leserbrief in der Hamburger Morgenpost
vom 24. Februar

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Wer bewusst atmet, lebt wirklich …

Ein buddhistischer Beitrag zur besinnlichen Zeit,

die doch immer sein sollte.

Unter diesem Link zu einer neuen Audiodatei auf meiner Website wird eine von mir angeleitete Meditation (rund 40 Minuten) zum kostenlosen Download angeboten. Sie beruht auf bestimmten Methoden der Achtsamkeits- bzw. Einsichtspraxis Vipassana, bei denen die Atembewusstheit als ein vollständiger Befreiungsweg gilt.

Copyright © Hans Gruber: Es ist bloß eine private, nichtkommerzielle Nutzung dieser geleiteten Meditation gestattet.

Der folgende Beitrag bietet vertiefende Hintergrundinformationen. Er ist keine Voraussetzung, um die Meditation nachzuvollziehen.

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Das Zweite Vatikanum und die “tolerante Haltung” der katholischen Kirche zu den anderen Religionen

Oktober 14, 2010
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Print PDF  Doch es handelt sich lediglich um Grade der Intoleranz: Die Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen vom “Zweiten Vatikanischen Konzil” 1965 und zum Beispiel der neue “Päpstliche Rat zur Förderung der Neuevangelisierung” vom 12. Okt. 2010.   Der folgende Beitrag ist eine kritische Betrachtung der Erklärung über das Verhältnis [...]

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Die Tradition der Achtsamkeitspraxis Vipassana von S. N. Goenka und ihre “reine Technik” des Buddha

März 7, 2010
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Print PDF  Die Gründe für die Publikation des folgenden Textes: * Die Tradition des Inders S. N. Goenka repräsentiert eine einflussreiche heutige Richtung des Vipassana. Sie ist durch eine Monopolisierung des Begriffs “Vipassana” charakterisiert, in Form der wissenschaftlich unbelegten Ansicht, dass der historische Buddha ausschließlich die von dieser Richtung vertretene Methode gelehrt habe. So spricht [...]

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Der westliche Buddhismus gewinnt Gestalt: ein entscheidender weiterer Schritt

November 6, 2009
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Print PDF  Erstmals in der neueren Geschichte kam es am 22. Oktober 2009 zur vollen Ordination von Frauen im frühen Buddhismus Theravâda. Die Ordination ist von einer Gruppe einflussreicher westlicher Theravâda-Mönche, der Gemeinschaft des australischen Klosters Bodhinyana, feierlich bestätigt worden. Sie bedeutet einen entscheidenden weiteren Schritt zur Etablierung der buddhistischen Lehre im Abendland. Das von [...]

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